Vom Rechtspfleger zum Volljuristen
Foto: Marie Binat
Tobias Bucher ist auf dem Weg zum Volljuristen. Der 36-Jährige aus Bayern hat das 1. Juristische Staatsexamen parallel zum Vollzeitjob absolviert – eine Doppelbelastung, die ein hohes Maß an Disziplin, Organisation und Durchhaltevermögen erforderte. Tagsüber arbeitete er als Rechtspfleger an einem Amtsgericht in Oberbayern. Abends und am Wochenende studierte er Rechtswissenschaft (EJP) an der FernUniversität in Hagen und bereitete sich auf das Staatsexamen am Oberlandesgericht Köln vor.
„Ich habe einfach Spaß an Jura“, sagt Tobias Bucher über seine Motivation. Die Freude an Paragrafen und Gesetzen half ihm auch durch besonders intensive Lernphasen. Heute arbeitet er nach dem erfolgreichen Abschluss in der Rechtsabteilung einer internationalen Big4-Consultingfirma in München. Dort ist er an der Schnittstelle von Recht, Wirtschaft und Technologie tätig, insbesondere im Datenschutzrecht und bei der rechtssicheren Umsetzung von EU-Verordnungen in Unternehmen. Sein nächster Schritt ist das Rechtsreferendariat im Bezirk des Oberlandesgerichts München. „Ich möchte Volljurist werden, um mir alle beruflichen Optionen offenzuhalten – von der Rechtsberatung bis hin zur Richterlaufbahn“, blickt er in die Zukunft.
Hohe Wertschätzung für berufsbegleitendes Fernstudium
Sein Lebenslauf fällt in der freien Wirtschaft auf. Ein Rechtspfleger mit erstem Staatsexamen ist dort eher ungewöhnlich. Die Reaktionen reichen von Neugier bis Respekt. „Ein berufsbegleitendes Fernstudium wird hochgeschätzt“, bilanziert Tobias Bucher. „Die Flexibilität der FernUni hat es mir ermöglicht, Studium und Beruf zu vereinbaren.“ Geprägt hat ihn vor allem die Selbstorganisation im Fernstudium, von der er nun auch in der freien Wirtschaft profitiert: „Sich ins Unbekannte hineinstürzen und auch schwierige rechtliche Fragen auf sich allein gestellt lösen, das macht für mich den Reiz aus.“
Ich möchte Volljurist werden, um mir alle beruflichen Optionen offenzuhalten – von der Rechtsberatung bis hin zur Richterlaufbahn.
Tobias Bucher
Drei Jahre lang lernte Tobias Bucher überwiegend abends und an Wochenenden. Gleichzeitig betont er, wie wichtig Ausgleich und soziale Kontakte mit Familie und Freunden sind – auch wenn diese in Klausurenphasen zwangsläufig zurücktreten mussten. Nach dem Examen musste er sich an die neu gewonnene Freizeit sogar erst wieder gewöhnen. „Es ist schon ein Hammerstudium“, resümiert er.
Die Grundlagen gründlich beherrschen
Sein Rat an andere Fernstudierende: Die Grundlagen gründlich beherrschen. „Wer die Basics sicher verinnerlicht, kann auch komplexe juristische Fragestellungen systematisch durchdringen“, empfiehlt er. Dabei half ihm seine Nebentätigkeit als Dozent an der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern, wo er selbst sein Rechtspflegerstudium absolviert hatte.
Ein weiteres Fernstudium in Hagen – etwa einen Master of Laws – kann er sich gut vorstellen. „Denn im Fernstudium entwickelt man sich nicht nur fachlich weiter, sondern auch persönlich“, so sein Fazit.
Stand: März 2026