Janik Notheis

Spiel nach eigenen Regeln

Mann spielt lächelnd an einem Schachbrett. Foto: privat
Janik Notheis spielt seit Kindheitstagen Schach. Thematisch ist das Spiel auch in seine Bachelorarbeit eingeflossen.

Freiheit ist Janik Notheis wichtig: „Mit zu vielen Einschränkungen tue ich mich schwer.“ Egal ob im Fernstudium, Job oder Hobby: Der Psychologiestudent aus dem baden-württembergischen Oberhausen-Rheinhausen hält nichts von starren Leitplanken. Seinen Weg beschreitet er trotzdem zielsicher. 2017 absolvierte Notheis ein duales BWL-Studium bei einem Kreditinstitut und schloss nahtlos ein Bachelorstudium der Psychologie an der FernUniversität an. Seit 2019 arbeitet er bei einem großen deutschen Softwarekonzern im Knowledge- und Education-Bereich. Hier kann er sein Wissen aus dem Studium direkt einbringen: „Meine Aufgaben dort haben viele Überschneidungen zur Psychologie.“ Der 24-Jährige hat sein Fernstudium in Vollzeit durchgezogen; inzwischen feilt er bereits an seiner Bachelorarbeit.

Im Hagener Studiensystem hat er für sich das perfekte Angebot gefunden: „Die FernUni hat ein vielseitig anpassbares Konzept!“ Besonders die große Flexibilität kommt Notheis‘ Lerngewohnheiten entgegen. „Ich bin ganz gut darin, Sachen für mich selber zu strukturieren und genieße es, selbst zu entscheiden.“ Dass er sich seine Zeit im Job ebenfalls relativ frei einteilen kann, macht es dem Fernstudierenden umso leichter, Uni und Karriere unter einen Hut zu bringen.

Strategisches Denken – früh gelernt

Je weniger vorgeformt der Bildungsweg ist, desto mehr Initiative und Weitsicht sind gefragt – zum Glück Eigenschaften, die Notheis bereits aus Kindheitstagen mitbringt. Das hat auch mit seinen Hobbys zu tun: Als er sechs Jahre alt war, führte ihn sein Vater ans Schachspielen heran. Der Junge zeigte Talent, fing Feuer und spielte bald im Verein erste Kinder-Turniere. Notheis forcierte jedoch keine Schachkarriere. Mit einem Schmunzeln erinnert er sich zurück: „Ich wollte als Junge unbedingt auch noch Fußball spielen und schwimmen.“ Die Leidenschaft zum Strategiespiel blieb ihm jedoch bis heute erhalten und inspiriert ihn auch im Fernstudium: Für seine Bachelorarbeit über Multitasking führte er eine Studie durch, bei der die Teilnehmenden Schachprobleme lösen mussten, während sie gleichzeitig ein anderes Schachspiel zu sehen bekamen.

Diese Aufgabe war nicht einfach, aber realitätsnah: „Das ist eine durchaus realistische Situation, weil bei Turnieren oft mehrere Bretter, an denen gespielt wird, nebeneinanderstehen“, erklärt der Student. Über 1 000 Leute klickten die Studie im virtuellen Labor der Fakultät für Psychologie an. Die Corona-Pandemie war hier vielleicht ausnahmsweise zuträglich: „Bestimmt hat mir die aktuelle Situation in die Karten gespielt“, spekuliert Notheis. „Das Interesse an meiner etwas anderen Schachaufgabe war wahrscheinlich auch deshalb so groß, weil viele Schach-Fans derzeit nicht spielen können.“

„Ich bin ganz gut darin, Sachen für mich selber zu strukturieren und genieße es, selbst zu entscheiden.“

Janik Notheis

Was nicht passt, wird selber gemacht

Ein weiteres Feld, auf dem der Fernstudent seine Begeisterung für die menschliche Psyche ausspielt, ist „Neuro-Linguistisches Programmieren“ oder kurz NLP. Hierbei handelt es sich um eine Sammlung von speziellen Methoden und Kommunikationstechniken, die auf das Innenleben zielen. „Ich interessiere mich vor allem für NLP im therapeutischen Kontext“, erklärt Notheis. So habe ihm der Ansatz zum Beispiel bei einem Studienpraktikum in einer psychiatrischen Klinik geholfen. Sein Wissen über NLP gibt Notheis auch nebenberuflich weiter: „An manchen Wochenenden bin ich als Lehrtrainer unterwegs.“

Um bei so viel geistiger Beschäftigung den Kopf freizubekommen, treibt Janik Notheis jede Menge Sport – von Klettern über Krafttraining bis Fußball. „Coronabedingt konzentriere ich mich gerade vor allem aufs Laufen“, erzählt er. Derzeit gibt er mit einer speziellen Lauf-Challenge Gas. Den Rahmen für den Wettkampf bildet eine neue Fußballsparte im heimatlichen TV Oberhausen, die Notheis erst vergangenes Jahr zusammen mit seinen Freunden ins Leben gerufen hat. Die Erklärung für diese Neugründung passt zum Fernstudenten: „Es gab zwar schon einen anderen Fußballverein im Ort – wir dachten aber, warum anderen schweigend folgen, wenn wir auch alles nach unseren eigenen Regeln machen können.“

Benedikt Reuse | 12.08.2021