Von klassischen Apps bis zu Künstlicher Intelligenz: Mobile Learning Day voll im Trend

Zum neunten Mal wurden an der FernUniversität digitale Neuentwicklungen aus Hochschulen und Industrie rund um mobiles Lernen vorgestellt. Ausrichterin war Prof. Claudia de Witt.


Ein schwarz gekleidete Frau steht an einem Rednerpult. Foto: FernUniversität
Prof. Claudia de Witt begrüßte die Teilnehmenden zum Mobile Learning Day.

Auf dem diesjährigen Mobile Learning Day an der FernUniversität in Hagen wurden aktuelle Diskussionen zu Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz und Vernetzung aufgegriffen. Mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets sind feste Alltagsbestandteile geworden. Damit bieten sie permanent neue Chancen und stellen Herausforderungen an Wirtschaftsunternehmen sowie Bildungsinstitutionen. Der neunte Mobile Learning Day zeigte, welche Entwicklungen das digitale Lernen und Arbeiten auf neue Füße stellen könnten. Die Fachtagung bildete den Schlusspunkt der diesjährigen dreiteiligen Veranstaltungsreihe „Hochschulperspektiven“.

Rund 140 Interessierte, Expertinnen und Experten aus Wissenschaft sowie Wirtschaft folgten der Einladung von Prof. Dr. Claudia de Witt. Die Leiterin des Lehrgebiets Bildungstheorie und Medienpädagogik und der Forschungsgruppe „Mobile Learning“ hatte die Veranstaltung organisiert. „Aktuelle technologische Entwicklungen wie künstliche Intelligenz, Assistenten und Vernetzung durchdringen viele Bereiche. Sie katalysieren die Möglichkeiten im Bereich mobilen Lernen und werden dadurch gleichzeitig mitgestaltet“, erklärt die Professorin das anhaltende Interesse.

Video: FernUniversität
Keynote von Prof. Christoph Igel (Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz) über neue Technologien im Fahrwasser der „Industrie 4.0“.

Was bringt die Digitalisierung?

Einblicke in entsprechende Innovationsprozesse gaben neun Vorträge von Expertinnen und Experten aus Industrie, Forschung und Lehre. So sprach Prof. Dr. Christoph Igel, Leiter des Educational Technology Lab des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz, in seiner Keynote über den „nächsten Schritt nach der ersten Digitalisierungswelle“. Aus Sicht des Experten spielt der „Quantensprung in der Hardware“ eine tragende Rolle. Im hochvernetzten „Internet der Dinge“ gesammelte Daten werden von intelligenten Assistenzsystemen in Höchstgeschwindigkeit ausgewertet, Produktionsprozesse „maßgeschneidert“ und das Fachwissen der Beschäftigten zusehends individualisiert.

Wie digitalisiertes Lernen und Lehren die Arbeitswelt verändert, führte unter anderem Matthias Teine vom globalen Unternehmen Robert Bosch näher aus: Beispielsweise erprobt die Firma Ansätze, Arbeitsvorgänge per Virtual-Reality-Brille aus der Ferne visuell anzuleiten. Einen theoretischen Einblick gab Prof. Dr. Kerstin Mayberger von der Universität Hamburg in ihrem Vortrag. Sie diskutierte Mobile Learning unter den Aspekten Partizipation und Studierenden-Engagement.

Illustration Foto: FernUniversität
Rund 140 Interessierte, Expertinnen und Experten aus Wissenschaft sowie Wirtschaft nahmen am diesjährigen Mobile Learning Day teil.

Die eingeladenen Expertinnen und Experten gingen zudem auf rechtliche und ethische Risiken der Digitalisierung ein. Vor allem in der Diskussion zwischen Publikum und den Referentinnen und Referenten kamen Probleme zur Sprache, die der digitale Wandel mit sich bringt – etwa in Fragen des Datenschutzes oder der Gendergerechtigkeit.

Hands on Technology im FEdTechLab

Die Rektorin der FernUniversität, Prof. Dr. Ada Pellert, eröffnete mit einem Überblick über das Mobile-Learning-Angebot der Hochschule ein weiteres Highlight der Veranstaltung: das interaktive FernUni-Educational-Technology-Laboratory, kurz FEdTechLab. Hier konnten sich die Besucherinnen und Besucher die zahlreichen digitalen und mobilen Angebote in der FernUni-Lehre erklären lassen und ausprobieren. So begleitet etwa eine neue App namens Re:flect FU seit einem Jahr Fernstudierende der Bildungswissenschaft mit speziellen Reflexionsfragen in ihrer Studieneingangsphase. Die Anwendung ist in Kooperation mit der Universität Potsdam entstanden und wurde auf Hagener Seite von Heike Karolyi (Lehrgebiet Bildungstheorie und Medienpädagogik, Prof. Dr. Claudia de Witt) vorgestellt.

Illustration Foto: FernUniversität
Im FEdTechLab wurden die mobilen Lehr- und Lernangebote der FernUniversität an mehreren Ständen präsentiert. (Foto: FernUniversität)

Der Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftsprüfung (Prof. Dr. Gerrit Brösel) hat gleich drei Quiz-Apps zu Wirtschaftsthemen konzeptioniert, die mithilfe des Verlags „nwb“ technisch realisiert wurden. Ein weiteres niederschwelliges Angebot zum Einstieg in die Betriebswirtschaftslehre stellt die neue Online-Trickfilmreihe „Ein Fall für Albert“ dar. Weitere Innovationen kommen zum Beispiel vom Lehrgebiet Algebra (Prof. Dr. Luise Unger), das bewährte Konzepte aus der Präsenzlehre in den virtuellen Raum überführt hat. Umfassende technische Unterstützung bietet die Koordinationsstelle für e-Learning und Bildungstechnologien (e-KOO) des Zentrums für Medien und IT an.

Zudem wurden Angebote der Rechtswissenschaftlichen Fakultät gezeigt, die ihre Lernvideos als freie Inhalte auf der Plattform offene.fernuni-hagen.de anbieten; das betriebliche Weiterbildungsprojekt ET-WB des Lehrgebiets Lebenslanges Lernen (Prof. Dr. Uwe Elsholz) qualifiziert Fachkräfte der Elektrotechnikbranche zu Spezialisten.

Benedikt Reuse | 23.11.2017