Erste Ausgabe der „Zeitschrift zum Beispiel“

Ein neues Journal des Instituts für Neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaft der FernUniversität untersucht den Gebrauch von Beispielen im akademischen Diskurs.


Herausgebende auf Gruppenbild mit Ausgabe der Zeitschrift Foto: FernUniversität
Die Herausgebenden der neuen Zeitschrift (v.li.): Prof. Michael Niehaus, Dr. Christian Lück, Dr. Peter Risthaus und Jessica Güsken (M.A.)

In der Alltagskommunikation sind Beispiele unverzichtbar. Gleiches gilt für die Verständigung in der Wissenschaft: Sie veranschaulichen Ideen, bilden die Grundlage für Fragestellungen, untermauern Thesen oder widerlegen sie. Dafür, dass sie eine solche Schlüsselstellung haben, sind Beispiele weitgehend unerforscht. Ihrem konkreten Gebrauch in allen akademischen Disziplinen wendet sich nun die erste Ausgabe der „z.B. – Zeitschrift zum Beispiel“ zu, die von vier Forschenden des Instituts für Neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaft der FernUniversität in Hagen herausgegeben wird: Dr. Peter Risthaus hat die Vertretungsprofessur für das Lehrgebiet Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Geschichte der Medienkulturen inne. Prof. Dr. Michael Niehaus leitet das Lehrgebiet Neuere deutsche Literatur- und Medienästhetik. Dr. Christian Lück und Jessica Güsken (M.A.) sind dort als Wissenschaftliche Mitarbeitende tätig. Die Zeitschrift erscheint in der Reihe „Hagener Beiträge zur Literatur- und Medienwissenschaft“ beim Verlag MV-Wissenschaft. Pro Jahr sind zwei Ausgaben geplant. Leserinnen und Lesern steht unter anderem eine kostenfreie Online-Fassung zur Verfügung.

Schnittmenge zu DFG-Projekt

„Wir ermutigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Disziplinen, sich über ihren Beispiel-Gebrauch Gedanken zu machen und darüber zu schreiben“, erklärt Jessica Güsken. Das Institut nimmt dabei selbst eine Vorreiterstellung ein: Seit Mai 2017 wird hier das Forschungsvorhaben „Das Beispiel im Wissen der Ästhetik (1750–1850). Erforschung und Archivierung einer diskursiven Praxis“ für den Zeitraum von drei Jahren von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Doch trotz der Schnittmenge mit dem Hagener Projekt, verfolgt die Publikation einen offenen Ansatz: Im Vordergrund steht der Austausch. „Die Zeitschrift ist nicht so eng an unser Forschungsprojekt gebunden“, sagt Dr. Risthaus. „Wir möchten weltweit Leute finden, die Interesse am Thema haben und einen Beitrag leisten wollen, besonders unserer eigenen Wissenschaft.“

Beispiele von Beispielen

Dabei müssen es nicht immer lange Abhandlungen sein, auch kürzere Artikel sind den Herausgebenden besonders willkommen. „Wir finden das Format der Zeitschrift günstig, weil es uns nicht um eine große systematische Darstellung geht“, so Prof. Niehaus. Vielmehr wirft das Journal punktuelle Schlaglichter auf das Thema. Das einzelne Beispiel steht dabei im Vordergrund.

Dank der Zeitschrift wird es zudem leichter, sich auf der Metaebene mit Beispielen zu beschäftigen, erörtert Dr. Lück: „Bisher brauchten Beispiel-Forschende erst einen seitenlangen komplexen Vorlauf, um die theoretischen Grundlagen zu erläutern, warum sie ihren Gegenstand in den Blick nehmen. Wenn unsere Zeitschrift einen festen Rahmen dafür absteckt, ohne zu viel fachwissenschaftlichen Ballast über Beispiele zu sprechen, wird dieser Aufwand in Zukunft reduziert.“

Benedikt Reuse | 26.07.2018