Gäste aus Namibia auf dem Campus

Prof. Gunter Schlageter und sein Team begrüßten eine Gesandtschaft der University of Namibia in Hagen. Ziel ihres Besuchs war es, von den Strukturen der FernUniversität zu lernen.


Eine Delegation der University of Namibia (UNAM) hat die FernUniversität in Hagen besucht. Prof. Dr. Gunter Schlageter und sein Team vom „Center elektronische Weiterbildung“ empfing die vierköpfige Gesandtschaft aus dem Südwesten von Afrika. Neben der Organisation kümmerte sich sein Bereich auch um die Finanzierung der Reise. Der ehemalige Prorektor für die Themen Forschung und Weiterbildung hatte den Austausch vor über zehn Jahren angestoßen.

Gruppenfoto mit acht Personen Foto: FernUniversität
Von Hagener Seite trafen sich Prof. Gunter Schlageter (re.), Tobias Augustin (2.v.re.), Katja Lobert (4. v.re.) und Marcela Deutschmann (2.v.li.) mit Maggy Beukes-Amiss (3.v.re.), Anneliese Groenewald (4.v.li.), Anna-Marie Schaller-Nangolo (3.v.li.) und Gerhold Kooper (li.) aus Namibia.

Bereits dreimal besuchte eine Gruppe aus Namibia die FernUniversität. Dieses Mal führte sie Dr. Maggy Beukes-Amiss an, die das „Centre for Open, Distance and eLearning“ der UNAM leitet. „Es geht darum, dass die Gäste die FernUniversität kennenlernen“, erklärte Prof. Schlageter den Zweck der Begegnung. Neben Vorträgen und Gesprächen standen unter anderem Führungen durch das Videostudio und das Logistikzentrum der Hochschule auf dem Programm. Die namibische Delegation setzte dabei einen klaren Fokus: „Wir sind besonders an den Themen ‚e-Learning‘ und Fernlehre interessiert“, so Maggy Beukes-Amiss, die schon zum zweiten Mal zu Gast auf dem Hagener Campus war. Sie bedankte sich bei Prof. Schlageter und seinem Team. Zudem unterstrich sie ihre Hoffnung, auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit.

Nationale Besonderheiten im Blick

Auch Gunter Schlageter baut auf die weitere Kollaboration: Seiner Ansicht nach gibt es noch viel Entwicklungspotenzial an der University of Nambia. Das Ziel des langfristigen Austauschs besteht darin, eine optimale Anpassung an die Besonderheiten des südwestafrikanischen Landes zu erreichen. Denn Namibia hat eine enorme Fläche mit großen Wüstengebieten und ist gleichzeitig mit rund 2,5 Millionen Menschen nur sehr dünn besiedelt. „Das klassische Konzept einer Universität, zu der die Studierenden hinkommen, macht da auf Dauer keinen Sinn“, erklärt der Wissenschaftler. „Das ist weder vom Staat noch von den Studierenden finanzierbar.“

Regionalzentren im ganzen Land

Viele Studierende setzen deshalb verstärkt auf Web-Angebote, obwohl nur sehr wenige Haushalte Anschluss ans Internet haben. „Die Lösung sind Regionalzentren und Internet-Cafés, die eine gute Anbindung anbieten“, so Schlageter.

In den letzten Jahren, in denen sein internationales Projekt lief, ist die UNAM stetig gewachsen. Aktuell hat sie nahezu 25.000 registrierte Studierende. Auch ihr Fernstudiensystem ist gut ausgebaut: Nach eigenen Angaben betreibt die Universität inzwischen landesweit 12 Campusse und sieben Regionalzentren. Mit dem Wissen, das die Gesandtschaft von ihrem Besuch mit nachhause nimmt, können diese Strukturen weiter gefestigt und verbessert werden.

Benedikt Reuse | 16.05.2019