Vorträge und Veröffentlichungen

+++ Forschungsticker +++ In regelmäßigen Abständen werfen wir Schlaglichter auf FernUni-Forschungsaktivitäten.


Unser Forschungsticker macht FernUni-Forschung sichtbar. Auf welchen Konferenzen sprechen unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler? Welche neuen Bücher haben sie publiziert? Welche Auszeichnungen haben sie erhalten? Und in welchen Lehrgebieten ist Forschungsbesuch zu Gast?

Vorträge


Moderne Interpretation historischer Logiken

Portrait eines Mannes Foto: Hardy Welsch
PD Jens Lemanski

PD Dr. Jens Lemanski (Lehrgebiet Philosophie I, Prof. Hubertus Busche) gestaltete im Rahmen des Weltkongresses „Creativity 2019“ in Brasilien einen Workshop zum Thema „History of Logic and its Modern Interpretation“. Der Workshop, den er mit der Brasilianischen Akademie der Philosophie organisierte, fand im Dezember an der Universität in Rio de Janeiro statt. Eingeladen waren 16 Vortragende aus Deutschland, Brasilien, Argentinien, USA, Griechenland, Türkei und England, die in drei Sektionen moderne Interpretationen historischer Logiken präsentierten oder die Methoden der Logikgeschichtsschreibung untersuchten.

Der Ablauf des Workshops folgte dabei der Geschichte der Logik: Am ersten Tag ging es um die Antike – und damit vor allem um Aristoteles und neuplatonische Logiker. Keynote Speaker Prof. Dr. Ingolf Max von der Universität Leipzig präsentierte eine moderne Interpretation des aristotelischen Urteilsquadrats. Die Sektion zum Mittelalter und zur frühen Neuzeit begann mit einem Vortrag zum englischen Logiker Robert Kilwardby (13. Jahrhundert) und endete mit einem Beitrag zur Logik Arthur Schopenhauers (18. Jahrhundert). Am zweiten Kongresstag diskutierten die Teilnehmenden logische Theorien des frühen 20. Jahrhunderts und deren Relevanz für die aktuelle Forschung. Die Vortragenden, die aus den Disziplinen Philosophie, Linguistik, Mathematik und Kulturwissenschaft stammten, waren sich einig, dass es zahlreiche Entdeckungen in der Geschichte der Logik gibt, die für die heutige Forschung Relevanz besitzen. Ein Sammelband mit diesen und weiteren Beiträgen zur modernen Interpretation historischer Logiken soll Ende 2020 veröffentlicht werden.

Individuelle Modellierung in der Datenerhebung

Portrait einer Frau Foto: Hardy Welsch
Kristina Rosenthal

Dr. Kristina Rosenthal, Akademische Rätin am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insb. Entwicklung von Informationssystemen (Prof. Dr. Strecker), stellte auf der International Conference on Information Systems (ICIS) im Dezember in München einen Beitrag vor, der im Tagungsband der Konferenz veröffentlicht wird.

Der Beitrag "Toward a Taxonomy of Modeling Difficulties: A Multi-Modal Study on Individual Modeling Processes" von Dr. Rosenthal und Prof. Dr. Strecker präsentiert Ergebnisse einer Studie, die basierend auf komplementären Datenerhebungsverfahren individuelle Modellierungsprozesse beobachtet. Es werden Modellierungsschwierigkeiten identifiziert und Vorschläge für zukünftige Studien diskutiert.

Veröffentlichungen


Methoden in der erziehungswissenschaftlichen Geschlechterforschung

Portrait einer Frau Foto: FernUniversität
Prof. Julia Schütz

Das Lehrgebiet Empirische Bildungsforschung macht auf den neu erschienenen Sammelband von Melanie Kubandt und Julia Schütz „Methoden und Methodologien in der erziehungswissenschaftlichen Geschlechterforschung“ aufmerksam. In Anlehnung an die unterschiedlichen methodologischen Diskursverortungen zu Geschlecht, diverse Möglichkeiten der empirischen Fokussierung auf Mikro-, Meso- und Makroebene und/oder uni-/multikategorial ausgerichteten Forschungsperspektiven umfasst der vorgestellte Herausgeberinnenband unterschiedliche methodologische und methodische Perspektiven auf Geschlecht in der Erziehungswissenschaft. Hierbei interessieren weniger speziell konkrete empirische Studienergebnisse und deren Konsequenzen für erziehungswissenschaftliche Kontexte, sondern vielmehr Möglichkeiten und Grenzen der Verknüpfung von Methodologie und Empirie im Hinblick auf die übergeordnete Fragestellung: Wie kann Geschlecht empirisch mithilfe welcher Methoden auf welchen Ebenen in den Blick genommen werden?

Der Sammelband umfasst 15 Beiträge, die unter den Kategorien „Geschlecht in quantitativer Forschungsperspektive“, „Geschlecht in qualitativer Forschungsperspektive“ und „Geschlecht anders, neu gedacht?! Theoretische (Weiter)Entwicklungen“ firmieren.

Wo die Mediation lebt

Portrait eines Mannes Foto: privat
Prof. Katharina Gräfin von Schlieffen

Immer wieder hilft Mediation, Konflikte zu vermeiden oder beizulegen. Meist aber bleiben die Erfolge unbemerkt, denn Mediationen sind vertraulich. Und: Grau ist alle Theorie - die Vermittlungspraxis entspricht fast nie dem Schema, das man lernt und kennt. Das Jahrbuch Mediation 2019/20 widmet sich deshalb der gelebten Mediation und schildert sie in realen Fällen: bekannten und privaten Situationen, die aufschlussreiche Beispiele geben und sodann in ihrer mediativen Entwicklung kommentiert und zur Diskussion gestellt werden.

Herausgegeben wurde das Jahrbuch von Prof. Dr. Katharina Gräfin von Schlieffen, Inhaberin des Lehrstuhls för Öffentliches Recht, Juristische Rhetorik und Rechtsphilosophie sowie ihrem Wissenschaftlichen Mitarbeiter Dr. Friedrich Dauner.

Presse | 15.01.2020