Hauptversand in der Corona-Krise: Ein Blick ins Logistikzentrum

Rund 700.000 Artikel werden pro Semester aus dem Logistikzentrum in Hagen an die Studierenden der FernUniversität geschickt. Daran ändert auch die Corona-Krise nichts.


Der Versand für das Sommersemester 2020 ist voll im Gang. Pünktlich zum Semesterstart Anfang April hat ein Großteil der 75.000 Studierenden bereits seine Unterlagen erhalten. Vergangene Woche hat der zweite Versandtermin begonnen, unter anderem Materialien für die Rechtswissenschaft sind jetzt auf dem Weg zu den Studierenden nach Hause.

Team A und Team B mit je 17 Personen

Zwischen Hochregalen, Gabelstaplern, Paletten und Kommissionier-Stationen sieht eigentlich alles aus wie immer. Studienbriefe stapeln sich. Doch es sind nur wenige Menschen in der Warenannahme, im Lager, bei der Kommissionierung an den Paletten, im Posteingang, im Postausgang und in der Reklamationsstelle vor Ort. Normalerweise packen im März und April 30 unbefristete Beschäftigte und neun Aushilfskräfte mit an. Auf Basis des Notdienstplanes sind es jetzt zwei Teams im Wechsel mit jeweils nur 17 Personen. „Es ist eine Anpackmentalität spürbar“, beschreibt Abteilungsleiter Dominik Eversberg die Lage im Medienvertrieb. „Alle tragen dazu bei, unseren Studierenden einen normalen Studienbetrieb zu ermöglichen.“

O-Ton von Georgios Kurz aus dem LGZ

Ein Großteil der Lieferungen aus dem 1. Versandtermin war schon erledigt, als mit dem Minimalbetrieb im LGZ begonnen wurde. Daher gibt es nach wie vor keine Verzögerungen. Allein 57.107 Sendungen mit insgesamt 233.282 Artikeln haben zwischen dem 9. und 27. März das Logistikzentrum verlassen. Hassan Khan, der ursprünglich aus Pakistan kommt und seine Ausbildung im Logistikzentrum absolviert hat, steckt gerade mittendrin im zweiten Versandtermin: „Wir schaffen schon alles pünktlich – auch wenn wir jetzt in zwei Gruppen aufgeteilt sind.“

Einfach war die Organisation des eingeschränkten Betriebs nicht. „Wir mussten ja penibel darauf achten, dass sich die beiden Gruppen nicht begegnen und haben auch Dinge wie familiäre Verbindungen und Fahrgemeinschaften berücksichtigt“, berichtet Eversberg, der sich vor Ort mit Disponent Kevin Beck bei der Betreuung der Teams abwechselt. Georgios Kurz ist zufrieden mit dem Notdienstplan. „Die Teams sind so gebildet worden, dass die Gruppen harmonisch miteinander sind und dass sich die Bereiche untereinander vertreten können“, sagt der Vorarbeiter in der Behälterkommissionierung. „Die Kommunikation untereinander klappt gut.“

So läuft es in der Hausdruckerei

Auch in der Hausdruckerei und der Studienmaterialproduktion läuft die Arbeit weiter. Aktuell sind immer zwei Personen vor Ort, diese wechseln sich wochenweise mit den Kolleginnen/Kollegen im Homeoffice ab. Montags und donnerstags werden tagesaktuell die Studienausweise gedruckt und in den Versand übergeben. Auch Studienmaterial, Studienbriefe und Nachauflagen, die noch für die aktuellen Versandtermine im April benötigt werden, sind in der Produktion mit eingeplant.

Mindestabstand von 1,5 Metern

Inzwischen hat sich auch die Anspannung unter den Beschäftigten gelegt. Doch als bekannt wurde, dass der Betrieb eingeschränkt wird, war die Aufregung zunächst groß. „Die Nachrichtenflut prasselt auch auf unsere Leute ein“, sagt Eversberg. Hinzu kamen Sorgen um die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz. „Wir tun alles, um die Sicherheit der Beschäftigten zu gewährleisten, die nicht im Homeoffice arbeiten können“, versichert Dezernentin Petra Hohmann. So ist neben den Hygiene-Vorschriften ein Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern in allen Arbeitsabläufen eingeplant.

Persönliche Gespräche, aber auch Mails an die Beschäftigten, die nicht vor Ort sind, sollen in der Krise zusätzlich motivieren. Für Motivation sorgen derzeit aber vor allem auch Reaktionen von Studierenden aus der ganzen Welt in den sozialen Netzwerken. Sie sind einfach froh, dass ihr Fernstudium weiterläuft und sie pünktlich ihre Unterlagen bekommen.

Carolin Annemüller | 09.04.2020