FernUniversität und Stadt Bautzen besiegeln Kooperation
FernUniversität in Hagen & Stadt Bautzen starten Partnerschaft: Im neuen Zentrum denkBar entstehen Studienangebote, Beratung und Vorträge für die Lausitz – flexibel & vor Ort.
Foto: Norman Paeth
Am 2. Juli 2026 haben die FernUniversität in Hagen und die Große Kreisstadt Bautzen erstmals eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Rektor Prof. Dr. Stefan Stürmer unterzeichnete sie gemeinsam mit dem Bautzener Oberbürgermeister Karsten Vogt – im Rahmen der Eröffnung der denkBar | hromadźe, des neuen Zentrums im Herzen der Bautzener Altstadt: ein Raum für Bürger:innen, ein Angebot, ihre Region mitzugestalten, und ein Ort für Wissenstransfer und interkommunale Vernetzung. Die Unterzeichnung erfolgte vor zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik – darunter die Sächsische Staatsministerin für Infrastruktur und Landesentwicklung, Regina Kraushaar.
Ziel der auf vier Jahre angelegten Kooperation ist es, die Studienangebote der FernUniversität stärker in der Strukturwandelregion zu verankern und Menschen vor Ort neue berufliche Perspektiven zu eröffnen – unabhängig von Wohnort, Beruf und Lebenssituation. Damit leistet die FernUniversität einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftebindung in der Region. Gesteuert wird die Zusammenarbeit vom Campus Leipzig, der die Angebote sichtbar in der Lausitz verankert.
Ein fester Ort in der Bautzener Innenstadt
Die denkBar | hromadźe wird zum dauerhaften Zuhause der Kooperation – ein fester Ort, den es nun gilt, mit Angeboten und Leben zu füllen: Die FernUniversität wird dort künftig regelmäßig Veranstaltungen durchführen – von wissenschaftlichen Vorträgen über Infotage bis zur persönlichen Studienberatung. Über das „Science Window“, ein digitales Informationsformat, sind die Angebote der FernUniversität zudem dauerhaft in der Bautzener Innenstadt sichtbar – gut erreichbar für alle, die sich über ein flexibles Studium neben Beruf, Familie oder Ausbildung informieren möchten.
Zwei Strukturwandelregionen, viele gemeinsame Erfahrungen
Foto: Norman Paeth
Im Rahmen der Eröffnung nahm Rektor Stürmer an einer Podiumsrunde teil und hob dabei die vielen verbindenden Erfahrungen der Strukturwandelregionen Ruhrgebiet und Bautzen hervor. Beide Regionen kennen die Herausforderungen eines tiefgreifenden Wandels von Wirtschaft und Arbeitswelt – und können viel voneinander lernen.
„Bildung ist der Schlüssel für einen gelingenden Strukturwandel. Mit unserer Präsenz in der Lausitz bringen wir flexible, digitale Studienangebote dorthin, wo sie gebraucht werden – nah bei den Menschen und den Unternehmen der Region. Lebenslanges Lernen ist für uns kein Schlagwort, sondern strategischer Auftrag“, so Prof. Dr. Stefan Stürmer.
Am Rande der Veranstaltung ergaben sich zahlreiche inspirierende Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der regionalen Wissenschaftslandschaft – darunter die Duale Hochschule Sachsen (Standort Bautzen), die Hochschule Zittau/Görlitz sowie das Bundesforschungszentrum für klimaneutrales und ressourceneffizientes Bauen, dessen Bautzener Sitz sich ebenfalls in den Räumen der denkBar | hromadźe befindet. Alle beteiligten Wissenschaftseinrichtungen betonten, dass die Kooperation mit der FernUniversität keine Konkurrenz, sondern eine passende Ergänzung der Wissenschaftslandschaft vor Ort ist. Auch engere Kooperationen in der Forschung wurden bereits angeregt diskutiert und sollen in einem künftigen Workshop weiterentwickelt werden.
Eine Idee, die vor Ort geboren wurde
Foto: Norman Paeth
Der Anstoß zur Kooperation kam bei der letztjährigen Alumniehrung des Campus Leipzig – von einer Absolventin, die heute im Sächsischen Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung von Staatsministerin Kraushaar tätig ist und sich dort thematisch mit dem Strukturwandel beschäftigt.
Georg Teichert, Leiter des Campus Leipzig, griff den Gedanken auf und entwickelte ihn gemeinsam mit der Stadt Bautzen zur heutigen Vereinbarung weiter. Ein gelungenes Beispiel dafür, wie wichtig Bildung für Gesellschaft und Wandel ist, wie das Engagement unserer Alumni die FernUniversität prägen kann – und wie essenziell guter Austausch und Alumniarbeit an den Standorten sind.
„Diese Kooperation ist aus der Region heraus und gemeinsam mit starken Partnern vor Ort entstanden. Genau das macht sie für mich besonders: Es ist eine Partnerschaft auf Augenhöhe. Erfolgreich ist sie dann, wenn Menschen in der Lausitz selbstverständlich bei uns studieren und sich weiterbilden – und wenn Stadt, Unternehmen und Hochschule dauerhaft voneinander profitieren“, sagt Georg Teichert.
Die nächsten Schritte sind bereits vereinbart: Rektor Stefan Stürmer und Oberbürgermeister Karsten Vogt verabredeten einen baldigen Gegenbesuch auf dem Campus in Hagen, um die strategische Kooperation gemeinsam weiterzuentwickeln.