Fernstudium im Fokus: Neuer Sammelband beleuchtet Lebenswelten Studierender

Präsentiert werden Ergebnisse des Projekts „Transition into Distance Education“. Im Fernstudium entscheiden Zugehörigkeit, Studienkompetenz und Orientierung über den Studienerfolg.


Studierende Foto: Hardy Welsch
Die Lebensrealitäten von Studierenden sind sehr heterogen. Hochschulen müssen darauf reagieren.

Studieren ist heute selten ein geradliniger Weg zwischen Hörsaal und Prüfung. Stattdessen ist es ein vielschichtiger Lebensabschnitt, geprägt von individuellen Biografien, sozialen Kontexten und institutionellen Bedingungen. Der neu erschienene Sammelband „(Fern-)Studierende – Lebenswelten und Übergänge“, herausgegeben von Sabrina Schaper, Jennifer Lange und Sandra Hofhues, rückt diese Perspektive in den Mittelpunkt. Er beleuchtet, wie vielfältig Studienrealitäten sind und welche Herausforderungen und Chancen sich insbesondere in Übergangsphasen ergeben. Die Publikation wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.

Vielfältige Studierendenschaft ist die Regel

„Eine vielfältige Studierendenschaft ist heute keine Randerscheinung mehr, die nur die FernUniversität in Hagen betrifft – sie ist vielmehr der Regelfall“, sagt Herausgeberin Prof. Dr. Sandra Hofhues, Leiterin des Lehrgebiets Mediendidaktik an der FernUniversität in Hagen. Dieses zentrale Forschungsergebnis hat weitreichende Folgen für die Hochschulentwicklung. Das traditionelle Idealbild von Studierenden entspricht nicht mehr der Realität. Stattdessen ist ein Studium häufig in komplexe Lebenssituationen eingebettet und steht vielfach neben oder sogar hinter beruflichen, familiären oder anderen Verpflichtungen. „Ein Studium hat für viele nicht mehr oberste Priorität – und Hochschulen müssen darauf reagieren“, sagt Hofhues. Strukturen und Angebote sollten daher stärker an diese heterogenen Lebensrealitäten angepasst werden.

Fernstudium: Zugehörigkeit, Studienkompetenz und Orientierung als Schlüsselfaktoren

Längst ist das Fernstudium ein fester Bestandteil der Hochschullandschaft. Es richtet sich insbesondere an Studierende mit beruflichen und privaten Verpflichtungen sowie an Personen mit nicht-linearen Bildungsbiografien. „Unsere Forschung zeigt, dass gerade im Fernstudium die Faktoren Zugehörigkeit, Studienkompetenz und Orientierung eine entscheidende Rolle für den Studienerfolg spielen“, sagt Projektleiterin Dr. Sabrina Schaper. „Fehlt es an ausreichender Unterstützung in diesen Bereichen, erhöht sich das Risiko für einen Rückzug aus dem Studium.“

„Ein Studium hat für viele nicht mehr oberste Priorität – und Hochschulen müssen darauf reagieren. “
Prof. Dr. Sandra Hofhues

Impulse für Weiterentwicklung von Hochschulen

Der Sammelband „(Fern-)Studierende – Lebenswelten und Übergänge“ präsentiert zentrale Ergebnisse des Forschungsprojekts „Transition into Distance Education“ (TiDE), das in Kooperation mit der IU Internationale Hochschule realisiert wurde.

Die Herausgeberinnen Sabrina Schaper, Jennifer Lange und Sandra Hofhues vereinen in dem Band Beiträge aus der wissenschaftlichen Fachcommunity, die neue Perspektiven auf die Lebensrealitäten von Studierenden eröffnen. Im Fokus steht die Frage, wie sich diese unterschiedlichen Lebenslagen – insbesondere im Fernstudium – systematisch in die Hochschulforschung integrieren lassen und welche Impulse sich daraus für die Weiterentwicklung von Hochschulen ergeben.

Der Sammelband ist in vier Sektionen gegliedert. Er
– beleuchtet Wege in die Hochschule,
– diskutiert methodische Zugänge zur Studierendenforschung,
– analysiert Spannungsfelder zwischen Nähe und Distanz im Studium und
– entwickelt eine übergreifende Perspektive auf Hochschulbildung unter Einbezug studentischer Lebenswelten.

Damit liefert der Band konkrete Impulse für eine Hochschulbildung, die den realen Lebenssituationen von Studierenden besser gerecht wird.

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