Julia Beideck

Fernstudium, Präsenzstudium und soziales Engagement

Porträt von Julia Beideck Foto: privat
Julia Beideck

Julia Beideck arbeitet gerne mit Menschen. Auf eine bestimmte Altersgruppe, kulturelle Hintergründe oder die Herkunft ist sie dabei nicht festgelegt. So war sie bereits im Altersheim, im Kinderheim oder auch in der Flüchtlingshilfe tätig. Was ihr soziales Engagement angeht, ist die 28-Jährige eine Generalistin. Ihr breites Interesse an Menschen spiegelt sich auch in der Wahl ihrer Studiengänge wider: Zurzeit studiert sie Psychologie an der FernUniversität in Hagen und Volkswirtschaftslehre an einer Präsenzuniversität.

Interesse an menschlichem Verhalten

Ursprünglich hatte sich die gebürtige Sauerländerin nach dem Abitur für ein Psychologie-Studium an einer Präsenzuni entschieden. Ihr Interesse an menschlichem Verhalten war bereits zu Schulzeiten geweckt worden, als sie als Messdienerin oder Leiterin einer Jugendgruppe viel mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet hat. Verstärkt wurde es dann noch einmal während ihres freiwilligen sozialen Jahres. „Ich habe für ein Jahr in einem Altenheim in Chile gelebt und gearbeitet.“ Und das anfänglich ohne auch nur ein Wort Spanisch zu können. „Die interkulturelle Erfahrung, hat mich dazu gebracht, Psychologie studieren zu wollen. Ich hatte den Fokus auf dem Individuum und wollte die biologischen Hintergründe bis in die Tiefe verstehen.“

Während ihres Bachelorstudiums in Würzburg hat die junge Frau ihr außeruniversitäres Engagement dann noch weiter ausgebaut: Über die „Initiative Zelle“ besuchte sie regelmäßig Häftlinge. In ihren ersten Semesterferien arbeitete sie in einem Kinderheim für körperlich und geistig behinderte Kinder in Palästina mit. Nach dem Bachelorabschluss 2015 half sie zudem drei Monate in einer Unterkunft für Geflüchtete in Dresden aus.

Interesse an gesellschaftlichen und politischen Zusammenhängen

„Durch die unterschiedlichen Tätigkeiten wollte ich irgendwann neben dem Individuum auch politische und gesellschaftliche Zusammenhänge verstehen. Anfangs habe ich privat viel dazu gelesen. Die Analyse der Anpassung der Menschen an steigende globale Ungerechtigkeit, knapper werdende Ressourcen und klimatische Veränderungen wurde zu meinem Hauptinteressensgebiet.“

„Wenn es die FernUni nicht gäbe, hätte ich starke Kompromisse machen müssen. So konnte ich genau das machen, was ich wollte.“

Julia Beideck

Nach ihrem Bachelorabschluss in Psychologie wollte sie ihr Wissen durch ein VWL-Bachelorstudium an der Uni Köln vertiefen. Ihren Master in Psychologie wollte sie aber auch noch machen. Daher hat sie parallel angefangen, an der FernUniversität in Hagen zu studieren. „Dort kann ich meine Zeit frei und flexibel einteilen. Wenn es die FernUni nicht gäbe, hätte ich starke Kompromisse machen müssen. So konnte ich genau das machen, was ich wollte.“

Julia Beideck steht neben einem Mann aus Kambodscha. Beide lächeln und strecken einen Daumen nach oben. Foto: privat
Julia Beideck hat für Enactus unter anderem ein Projekt in Kambodscha umgesetzt.

Trotz eines Präsenz- und eines Fernstudiums gleichzeitig, wollte Julia Beideck ihre sozialen Tätigkeiten aber nicht vernachlässigen. „In Köln bin ich auf das sozialunternehmerische Studierendennetzwerk Enactus gestoßen.“ Es unterstützt Projekte von Studierenden, die Menschen dabei helfen sollen, sich selbst zu helfen. „Ich war dort für ein Jahr Teamleiterin und habe die Tätigkeiten von 100 Studierenden koordiniert.“ In der Zeit lagen die beiden Studiengänge dann auch vorübergehend auf Eis. „Das ist jetzt zweieinhalb Jahre her. Seitdem studiere ich mit Vollgas, um möglichst schnell fertig zu werden und auch beruflich unsere Gesellschaft mitgestalten zu können.“

Ein Ende der Studienzeit ist mittlerweile in Sicht. Wenn alles nach Plan verläuft wird sie im kommenden Sommer den Bachelorabschluss in VWL und den Masterabschluss in Psychologie in der Tasche haben. „Danach könnte ich mir noch eine Promotion vorstellen oder auch eine Tätigkeit in der Wirtschaft oder in der Politik.“ So oder so hat Julia Beideck vor allem ein Ziel: „Am wichtigsten ist mir, dass ich meine Themen in der Praxis voranbringen kann und einen aktiven Beitrag für eine nachhaltigere und inklusivere Gesellschaft leiste.“

Stand: November 2020

Carina Grewe | 19.11.2020