Auf dem Weg nach Tokio

eine Frau in der Luft beim Sprung in eine Weitsprunggrube Foto: privat
In Tokio will Neele Eckhardt-Noack mindestens in die Top 12 springen.

Einfach weitermachen, auch wenn es mal nicht so gut läuft: Mit diesem Erfolgsrezept bringt Dreispringerin Neele Eckhardt-Noack (28) die Vorbereitung auf die Olympischen Sommerspiele in Tokio und ihr Weiterbildungsstudium Sportrecht an der FernUniversität in Hagen unter einem Hut. „Ich kann nicht 24/7 über Sport nachdenken“, sagt die Jura-Studentin aus Hannover. „Nebenbei muss ich als Ausgleich auch etwas für den Kopf haben.“

Erst Olympia, dann Staatsexamen

Das Zertifikat Sportrecht ist so flexibel, dass dafür sogar in ihrem Olympia-Jahr Luft bleibt. „Das Weiterbildungsstudium an der Fernuni passt super in meinen Alltag und die Vorbereitung auf Tokio“, sagt sie. „Ich kann flexibel die Inhalte anpassen und hoffe, dass ich mit dem letzten Modul kurz vor Olympia fertig bin.“ Neele Eckhardt-Noack hat in Göttingen zuvor bereits alle Prüfungen ihres Präsenz-Studiums in Jura abgeschlossen. Das Staatsexamen soll nach dem sportlichen Großereignis folgen.

Ich kann nicht 24/7 über Sport nachdenken. Nebenbei muss ich als Ausgleich auch etwas für den Kopf haben.

Neele Eckhardt-Noack

Auch unter Corona-Bedingungen läuft die Vorbereitung im Dreisprung fast normal. „Ich konnte weitestgehend uneingeschränkt am Olympiastützpunkt in Hannover trainieren“, sagt die 28-Jährige. „Allenfalls im Kraftraum wird es teilweise voll, aber auch das bekomme ich durch etwas Flexibilität im Trainingsplan und mithilfe von Spontanität hin.“ Im Schnitt trainiert sie zwischen zwei und fünf Stunden am Tag – Technik, Kraft und Athletik. „Ich bin total Dreisprung-begeistert“, sagt die ehemalige Weitspringerin. „Mich fasziniert der technische Ablauf von drei Sprüngen.“ Im März setzte sie mit 14,52 Metern ihre neue Bestmarke bei der Hallen-Europameisterschaft. Mit vier Sprüngen über 14 Metern sprang sie zuletzt im Juni bei der Deutschen Meisterschaft zu Gold.

Portrait einer Frau Foto: privat
Erst Olympia, dann Staatsexamen: Vorher passt die Weiterbildung Sportrecht an der FernUni flexibel in die Vorbereitung von Neele Eckhardt-Noack.

Formkurve zeigt nach oben

Mit der Teilnahme an den Olympischen Spielen geht nun ein Traum in Erfüllung. Es ist der bisherige Höhepunkt ihrer Sportkarriere. Ihre Formkurve steigt kontinuierlich an. „Vom Potenzial her ist sogar noch Luft nach oben“, sagt sie. Das führt sie auf die gute Zusammenarbeit mit ihrem langjährigen Trainer und die vergangenen eineinhalb Jahren zurück, in denen sie verletzungsfrei und gesund geblieben ist.

In Tokio hofft Neele Eckhardt-Noack nun auf einen erfolgreichen Wettkampf. Mit ihren drei Versuchen in der Qualifikation will sie es mindestens in die Top 12 schaffen. Was das Drumherum betriff, ist sie nachdenklich gestimmt. „Ich freue mich unheimlich auf meine erste Olympiade. Aber ich finde es schade, dass meine Familie nicht vor Ort sein kann“, sagt sie. „Sicherlich werden es nicht die Spiele werden, die ich mir vorgestellt habe. Die Pandemie beeinflusst derzeit einfach die gesamte Welt.“

Dopingkontrollen und Antidoping

Kurz vor dem Telefonat stand für Neele Eckhardt-Noack wieder eine Dopingkontrolle an. Auch das gehört zur Olympia-Vorbereitung dazu. Antidoping ist eins der Themen, dass sie in ihrer sportrechtlichen Weiterbildung besonders interessiert. Ob sie später auch beruflich im Sportrecht arbeiten will, lässt die angehende Juristin offen. Große Sprünge möchte die Dreispringerin auch noch bei der nächsten Olympiade in drei Jahren in Paris machen. Denn im Moment läuft es einfach richtig gut.

Stand Juli 2021

Carolin Annemüller | 12.07.2021