Kathrin Heinle
Von der Fremdsprachenassistentin zum Doppelmaster
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Stillstand ist für Kathrin Heinle keine Option. Beruf im IT-Umfeld, Familie mit zwei Kindern und ein Studium, das sie über viele Jahre hinweg begleitet. Nach ihrem Bachelor in Wirtschaftswissenschaft hat sie inzwischen auch den Master Wirtschaftsinformatik an der FernUniversität in Hagen abgeschlossen. Seit dem Wintersemester studiert sie bereits weiter im Masterstudiengang Wirtschaftspsychologie.
Für die 38-Jährige gehört Lernen längst zum Alltag. „Mir macht lebenslanges Lernen einfach Spaß“, sagt sie. „Und an der FernUni habe ich gemerkt, wie viele Möglichkeiten es gibt, sich weiterzuentwickeln.“ Ihr Weg zeigt, wie flexibel ein Studium sein kann – und welche Chancen sich daraus ergeben können.
Vom Marketing in die IT-Welt
Kathrin Heinle machte zunächst eine Ausbildung zur Fremdsprachenassistentin und anschließend zur Marketingkauffrau in einem IT-Unternehmen. Sie entwickelte sich Schritt für Schritt beruflich weiter. Heute ist sie im Bereich Service Management und Customer Experience tätig. „Man muss nicht programmieren können, um in der IT erfolgreich zu sein.“ Gerade die Verbindung von Technik, Organisation und menschlicher Perspektive fasziniert sie an ihrer Arbeit.
Studium zwischen Familie, Beruf und Alltag
Ihr Studium an der FernUni begann sie parallel zu ihrem Vollzeitjob als Marketingkauffrau. 2011 schrieb sie sich zunächst im Bachelor Wirtschaftswissenschaft ein. Nach einigen Jahren legte sie das Studium jedoch zunächst auf Eis. „Job, Familie, Hausbau und Studium – ich dachte damals, das wäre zu viel auf einmal.“ Während der Corona-Pandemie entschied sie sich schließlich, das Studium wieder aufzunehmen und konnte direkt dort weitermachen, wo sie zuvor aufgehört hatte. Der Wiedereinstieg verlief unkompliziert: Bereits absolvierte Module wurden anerkannt, und auch organisatorisch lief alles reibungslos.
Der Neustart gelang: Kathrin Heinle schloss den Bachelor erfolgreich ab und entschied sich anschließend für den Master Wirtschaftsinformatik. Offiziell war sie im Teilzeitstudium eingeschrieben, tatsächlich absolvierte sie das Programm jedoch in knapp zwei Jahren.
Doppelter Master mit Anrechnung bereits erbrachter Leistungen
Nach dem erfolgreichen Abschluss ging es für Kathrin Heinle direkt weiter. Seit dem Wintersemester studiert sie zusätzlich im Master Wirtschaftspsychologie. Das ist ein vergleichsweise neuer Studiengang der FernUniversität. Besonders spannend findet Kathrin Heinle dabei die Möglichkeit der Anrechnung bereits erbrachter Leistungen aus einem vorherigen Masterstudium.
„Die Kombination aus Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftspsychologie passt perfekt zu meinem Job. Technik und Menschen gehören im IT-Service einfach zusammen.“
Kathrin Heinle
„Man kann Module aus einem abgeschlossenen Master anrechnen lassen“, sagt sie. „Bei mir bedeutet das konkret: Ich muss nur sieben statt neun Module absolvieren und weder eine weitere Seminararbeit noch eine weitere Masterarbeit schreiben.“ Durch diese Anerkennung spart sie im Teilzeitstudium voraussichtlich zwei bis drei Semester. Unterstützt wurde sie dabei auch durch die Studienberatung der FernUni. „Die Beratung war wirklich hilfreich. So konnte ich vorher klären, welche Leistungen anerkannt werden können.“
Inhaltlich ergänzt der zweite Master ihr Profil ideal. „Die Kombination aus Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftspsychologie passt perfekt zu meinem Job. Technik und Menschen gehören im IT-Service einfach zusammen.“
Wissenschaftliche Projekte und Mentoriate
Neben ihrem eigenen Studium engagiert sich Kathrin Heinle seit zwei Jahren auch selbst in der akademischen Lehre. Als wissenschaftliche Online-Mentorin unterstützt sie Studierende im Modul „Informationsmanagement“ am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Informationsmanagement (Prof. Dr. Till Winkler). „Viele denken beim Fernstudium, man sitzt alleine vor seinen Unterlagen“, sagt sie. „Dabei gibt es so viele Möglichkeiten zum Austausch, zum Beispiel in Mentoriaten, Lerngruppen oder Foren.“ Auch wissenschaftlich ist Kathrin Heinle aktiv. Aus einer Seminararbeit entstand bereits ein Beitrag über den Quereinstieg von Frauen in die IT, der auf der internationalen Wirtschaftsinformatik-Konferenz (WI) 2023 vorgestellt und anschließend in weiterentwickelter Form auch als Journal-Artikel veröffentlicht wurde.
Ein weiteres Projekt entstand gemeinsam mit ihrer Freundin Jennifer Brasch aus der Psychologie. Auf Basis deren Bachelorarbeit entwickelten sie als Freundschaftsprojekt gemeinsam einen Beitrag zum Thema digitale Hassrede in der Kommunalpolitik. „Wir fanden das Thema so spannend, dass wir es gemeinsam wissenschaftlich weiterentwickelt haben.“ Begleitet von ihrer Mentorin Prof. Dr. Kristina Kusanke präsentierten sie das Projekt im Rahmen der Poster-Session auf der Wirtschaftsinformatik-Konferenz (WI) 2025.
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Lernen als Teil des Familienlebens
Das Studium ist inzwischen fest in den Alltag der Familie integriert. Ihr Mann arbeitet bei der Berufsfeuerwehr Frankfurt und studiert seit kurzem ebenfalls nebenberuflich im Bereich Psychologie an der FernUni, sodass Lernen auch zu zweit stattfindet. „Abends sitzen wir manchmal zusammen auf der Couch und knobeln gemeinsam an Quizfragen aus unseren Modulen“, erzählt sie.
Die beiden Söhne sind inzwischen neun und elf Jahre alt und haben ihre eigenen Hobbys, das macht das Lernen manchmal auch tagsüber nach Feierabend noch einfacher.“
Ausgleich im Garten und neue Ziele
Ausgleich findet Kathrin Heinle vor allem im eigenen Garten. „Im Garten kann ich abschalten und gleichzeitig kreativ sein. Mir macht es Spaß, Dinge zu gestalten und auszuprobieren“, sagt sie. Gerade im Frühling nutzt sie die grüne Oase auch gern als Lernort. Auch das Reisen gehört weiterhin zur Familienroutine. In den Ferien nutzen die Heinles jede Gelegenheit, gemeinsam neue Orte zu entdecken – Lernmaterial inklusive.
Neben Studium, Beruf und Familie plant Kathrin Heinle bereits den nächsten akademischen Schritt: eine externe Promotion. Wenn sie auf ihren Weg zurückblickt, sieht sie, wie sich vieles Schritt für Schritt entwickelt hat. „Ich bin die Erste in meiner Familie, die studiert“, sagt sie. „Dass daraus einmal zwei Masterstudiengänge und vielleicht sogar eine Promotion werden, freut mich sehr.“ Ihr Fazit fällt deshalb eindeutig aus: „Die FernUni zeigt einem, was alles möglich ist – auch mit Familie und Beruf.“
Stand: März 2026
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