Monique Löwe

Von der Filialleitung zum Fernstudium

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Monique Löwe

Bevor Monique Löwe ihr Studium an der FernUniversität in Hagen begann, hatte sie beruflich wie privat schon alles erreicht, von dem sie immer geträumt hatte. Nach ihrer Ausbildung im Einzelhandel arbeitete sie sich bis zur Filialleiterin hoch. Douglas-Geschäfte in den Innenstädten von Chemnitz, Soest, Unna und Kaiserslautern kennt sie aus der Führungsetage. Geheiratet hat sie 2011 ihre erste große Liebe, den Fußballer Chris Löwe, kurz nachdem er seinen Vertrag bei Borussia Dortmund unterzeichnet hatte. „Wir haben uns mit 15 in der Schule kennengelernt und gehen unsere Wege seitdem gemeinsam. Ich fand es außerdem immer toll, in verschiedenen Städten zu arbeiten“, sagt die 31-Jährige. Doch als der Vereinswechsel nach Kaiserslautern und der nächste große Schritt in Sachen Familienplanung anstanden, wollte sie kürzertreten.

„Den Profifußball, die Filialleitung und ein Kind unter einen Hut zu bringen, das hätte zumindest für uns nicht gut funktioniert.“ Monique Löwe legte ihren Job vorerst auf Eis und begann in Kaiserslautern ein BWL-Studium mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik, weil sie sich ganz ohne berufliche Verpflichtungen nicht erfüllt fühlte. Vor eine große Herausforderung stellte sie der nächste Vereinswechsel ihres Mannes. Diesmal sollte es zum englischen Huddersfield Town gehen. Hochschwanger absolvierte Monique Löwe letzte Prüfungen an der Präsenzuni und die beiden wanderten aus.

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Nach einem Spiel für den Verein Huddersfield Town feiert Monique Löwe mit ihrem Sohn und ihrem Mann Chris den Klassenerhalt in der Premier League.

Familienbesuch zur Prüfung

„Als unser Sohn dann geboren war, wollte ich unbedingt aus dem Ausland weiterstudieren. Da kam für mich nur die FernUni in Frage.“ Sie schrieb sich in den Studiengang Wirtschaftswissenschaft ein, konnte ihre erbrachten Leistungen anerkennen lassen und reiste für die Klausuren immer gerne zurück nach Deutschland. Obwohl sie die Prüfungen auch problemlos an einem Kooperationsort der FernUni in England hätte schreiben können, wollte sie die wenigen Gelegenheiten im Jahr mit einem Besuch bei der Familie zuhause in Chemnitz verknüpfen. „Die Flexibilität beim Klausurort war einfach super, und während ich meine Prüfungen im Regionalzentrum in Berlin schrieb, konnte mein Sohn seine Großeltern besuchen.“ Das Abschiednehmen in Deutschland fiel allerdings von Jahr zu Jahr schwerer.

Auch wenn sie sich in England sehr wohlfühlten, wurde die Sehnsucht 2019 zu groß. Die Löwes entschieden sich für einen Vereinswechsel, der die kleine Familie nach insgesamt neun Jahren wieder zurück in die Heimat führen sollte. Chris Löwe unterschrieb bei Dynamo Dresden und Monique Löwe konzentrierte sich auf Studium, Hausbau und Familienleben. Als Ausgleich zum stressigen Alltag macht sie immer schon gerne Sport und trifft Freunde, wenn nicht gerade Corona ist. In ihrer Jugend war es der Turnsport, der sie begeisterte und den sie professionell auf einem Sport-Gymnasium ausübte. Von diesen Erfahrungen profitiert sie noch heute, wie sie sagt: „Turnen bedeutet viel Training, viel harte Arbeit, was mir im Studium sehr geholfen hat, denn auch da gehört enorm viel Disziplin dazu.“

Bachelor mit Bestnote

Die Disziplin zahlte sich aus. Im Jahr 2020 absolvierte sie ihr Bachelorstudium mit Bestnote. In ihrer Abschlussarbeit befasste sie sich mit dem Einfluss von Vorbildern auf den Berufswunsch von Schülerinnen und Schülern. Konkret ging es um den Einfluss der Mathematik-Lehrperson. „Ich habe zum Beispiel herausgefunden, dass Mädchen häufiger einen Mathematik-Leistungskurs wählen, wenn sie in der zehnten Klasse von einer Lehrerin statt von einem Lehrer unterrichtet werden und dann auch eher ein Studium in einem der MINT-Fächer anstreben.“

„Turnen bedeutet viel Training, viel harte Arbeit, was mir im Studium sehr geholfen hat, denn auch da gehört enorm viel Disziplin dazu.“

Monique Löwe

Die Ergebnisse ihrer Abschlussarbeit sollen darauf aufmerksam machen, „dass es für die berufliche Entwicklung junger Frauen und Mädchen durchaus entscheidend sein kann, wenn sie ein Vorbild haben, an dem sie sich orientieren können.“ Ein Zusammenhang, den sie aus eigener Erfahrung bestätigen kann. „Ich selbst hatte auch eine Mathelehrerin in der zehnten Klasse und war sehr froh darüber, dass sie mir vermittelt hat, dass Mathe kein Jungs-Fach ist. Vielleicht habe ich mich auch deshalb damals für den Mathe-LK entschieden.“

Ob Monique Löwe ihre Forschung noch im Rahmen eines Master-Studiums vertiefen möchte? Genau weiß sie das noch nicht, aber eingeschrieben ist sie vorsichtshalber schon mal. Auch wenn das Studium zumindest in den nächsten Monaten sicher nicht die höchste Priorität hätte, denn dann werden die Löwes erstmal ihr viertes Familienmitglied begrüßen dürfen.

Stand: März 2021

Sarah Müller | 17.03.2021