Alumnifeier Campus Berlin: Würdigung besonderer Bildungswege

Bei strahlendem Wetter feierten knapp 100 Absolvent:innen gemeinsam mit fast ebenso vielen Gästen ihren Studienabschluss in der Berliner ufa-Fabrik.


Alumnifeier-berlin-15 Foto: Rolf Schulten
Knapp 100 Absolvent:innen folgten der Einladung zur Alumnifeier.

Rektor Prof. Dr. Stefan Stürmer eröffnete den Abend mit einer Festrede über die Bedeutung akademischer Bildung und betonte, dass Bildung weit mehr sei als Wissensvermittlung: „Sie ermöglicht persönliche Entwicklung, gesellschaftliche Teilhabe und die Übernahme von Verantwortung.“

Besonders würdigte er den Einsatz der Absolvent:innen, die ihr Studium häufig parallel zu Beruf, Familie und weiteren Verpflichtungen bewältigt haben. Gerade diese individuellen Bildungswege seien Ausdruck der besonderen Stärke der FernUniversität.

Impuls: Digitale Öffentlichkeit im Wandel

Einen wissenschaftlichen Impuls setzte Prof. Dr. Felix Ackermann mit seinem Vortrag „Kurze Geschichte der digitalen Öffentlichkeit“. Er zeigte, wie selbstverständlich digitale Medien heute den Alltag prägen, und warf zugleich einen Blick auf aktuelle Forschungsfragen zur Wirkung digitaler Kommunikation auf die Wahrnehmung von Informationen, Krisen und Konflikten.

„Wir haben nicht unter perfekten Bedingungen studiert“

Ein emotionaler Höhepunkt des Abends war die Absolventenrede von Maxie Kranich, die ihren persönlichen und sehr individuellen Bildungsweg schilderte. Sie brachte die gemeinsame Erfahrung vieler auf den Punkt: „Niemand von uns hat dieses Studium unter perfekten Bedingungen gemacht. Und genau deshalb stehen wir heute hier.“

Eindrücklich beschrieb sie ihren langen Weg zum Psychologiestudium, Zweifel und Umwege eingeschlossen. „Manchmal merkt man mitten auf einem scheinbar richtigen Weg, dass man eigentlich auf dem falschen Track unterwegs ist“, sagte sie und schilderte, wie sie schließlich ihrer ursprünglichen Leidenschaft folgte.

Ihr Studium dauerte zwölf Jahre – geprägt von Beruf, Familie, Unsicherheiten und neuen Anfängen. Gerade darin spiegelte sich für viele Zuhörende die Realität eines Fernstudiums wider: „Lernen an der FernUniversität ist kein fester Ort, sondern ein Zeitfenster, das sich ins Leben einschiebt.“

Hürden zu Chancen machen

Der Campus Berlin spielte dabei für sie eine zentrale Rolle: „Man sitzt zwar oft allein am Schreibtisch – aber auf diesem Weg musste man nie wirklich allein sein.“ Aus dieser Form von Gemeinschaft plus Durchhaltevermögen schlussfolgert Kranich für FernUni-Studierende: „Wir sind Beweise dafür, dass Ausdauer stärker sein kann als Perfektion.“

Ihre persönliche Entwicklung misst sie vor allem an ihren anfänglichen Schwierigkeiten in Statistik: „Statistik ist ein Biest, das gezähmt werden kann.“ Aus dieser Herausforderung entwickelte sich ihr Engagement als Tutorin am Campus Berlin – ein Beispiel dafür, wie Hürden zu Chancen werden können.

Musik, Austausch und Erinnerungen

Für die musikalische Begleitung sorgte die Jazzband Quadrophon. Viele Gäste nutzten das Gästebuch, um Gedanken und Erinnerungen festzuhalten: Die Einträge reichen von „Der Weg ist das Ziel“ über „bis zum nächsten Studiengang“ bis hin zu „I did it again!“.

 

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