Japanische und deutsche Perspektiven vereint

Am Campus Bonn der FernUni trafen sich Forschende zur Tagung der German-Japanese Society for Social Sciences. PD Dr. Laura Froehlich richtete das interdisziplinäre Treffen aus.


Gruppenfoto vor Gebäude des Campus Bonn Foto: GJSSS
Kompakt und tiefschürfend: An zwei Tagen tauschten sich sozialwissenschaftliche Forschende aus Japan und Deutschland miteinander aus. Treffpunkt war der Campus Bonn der FernUniversität.

Wie wandeln sich soziale Beziehungen in Japan und Deutschland? Darum ging es beim 18. Treffen der German-Japanese Society for Social Sciences (GJSSS) mit dem Titel „Social Relationships in Transition: Perspectives from Germany and Japan“. Die Tagung wurde von PD Dr. Laura Froehlich von der FernUniversität in Hagen und Prof. Dr. Carola Hommerich von der Sophia University in Tokio organisiert. Laura Froehlich leitet derzeit vertretungsweise das Lehrgebiet Sozialpsychologie – und ist im Vorstand der GJSSS. Neben ihren Kolleg:innen aus der Psychologie kamen rund 30 weitere Forschende aus sozialwissenschaftlichen Disziplinen, etwa der Politologie oder Soziologie.

„Die breite thematische Aufstellung der Vorträge war toll“, lobt Laura Froehlich die gelebte Interdisziplinarität beim zweitägigen Treffen. Viele der Forschende arbeiten an ähnlichen Fragestellungen – jeweils aus ihrer eigenen fachlichen Sicht heraus. Deshalb bildete das Tagungsprogramm mehrere fächerübergreifende Cluster, zum Beispiel zu Stichworten wie „Einsamkeit und neue Formen sozialer Verbundenheit“, „Digitalisierung und sozialer Wandel“ oder „Erinnerung, kulturelles Erbe und kollektive Identität“.

Froehlich unterstreicht die Parallelen, die in der Analyse zwischen Japan und Deutschland immer wieder sichtbar werden: „Zum Beispiel war ein großes Thema die Überalterung der Gesellschaft. Sie betrifft Japan nämlich genauso wie Deutschland.“ Jede der Disziplinen leitet aus solchen Befunden eigene Forschungsaufträge ab – die Sozial- und Bildungspsychologie gleichermaßen wie die Politikwissenschaft oder Soziologie.

Kompakt und kreativ

Als vorteilhaft erwies sich das kompakte Format der Tagung, urteilt Laura Froehlich: „Weil wir nicht so viele Teilnehmende waren, konnten wir tatsächlich alle Vorträge hören. Das hat auch den Austausch sehr intensiv gemacht.“ Neben der inhaltlichen Kompetenz stellten die Teilnehmenden zudem unter Beweis, dass Wissenschaft nicht trocken sein muss, sondern mitreißen kann: „Viele Vorträge waren nicht nur informativ, sondern sehr kreativ und unterhaltsam.“

Rahmenprogramm begeistert

Besonders war auch der Austragungsort der Tagung am Campusstandort Bonn – der passende Background für die kulturbegeisterten Teilnehmenden: So ging es mit den Gästen aus Japan unter anderem in das Geburtshaus von Ludwig van Beethoven, das als Wahrzeichen der ehemaligen deutschen Hauptstadt gilt. „Es besteht eine Faszination bei vielen Japanerinnen und Japanern für die deutsche Kultur – die Musik und Lebensgeschichte von Beethoven hat da natürlich einen sehr schönen Rahmen geboten“, berichtet Laura Froehlich, die ihrerseits die japanische Kultur schätzt. „Ich bin in Düsseldorf aufgewachsen“, sagt sie mit einem Augenzwinkern. „Da hat man früh Berührung mit der japanischen Community.“

 

Nächstes Treffen in zwei Jahren

Auch deshalb empfand es die FernUni-Wissenschaftlerin als große Ehre, nun erstmalig die turnusmäßige Tagung der Forschungsgesellschaft auszurichten. „Ich bin froh, dass alles so gut geklappt hat“, resümiert sie. Dankbar ist Laura Froehlich auch für die Unterstützung der Gesellschaft der Freunde der FernUniversität: „Die GDF hat uns wirklich großzügig gefördert!“ Das nächste Treffen der GJSSS wird in zwei Jahren stattfinden – dann wieder in Japan.

 

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