Neue Impulse für interkulturelle Genderforschung
Drei Tage brachte ein Small Group Meeting Wissenschaftler:innen aus der ganzen Welt zusammen. Ein psychologisches Team der FernUniversität organisierte das Treffen federführend.
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Verschiedene Perspektiven auf interkulturelle Studien und Geschlechterforschung – darum ging es bei einem Small Group Meeting mit dem Titel „New Directions in Intercultural Gender Research”, ausgerichtet von der FernUniversität in Hagen. „Mit Blick auf das aktuelle Weltgeschehen sind diese Themen besonders wichtig“, sagt Marina Orifici vom Lehrgebiet Behavioral Economics und Interkulturelle Psychologie. Sie organisierte das Treffen gemeinsam mit ihrer Lehrgebietsleiterin Prof. Dr. Angela Dorrough, PD Dr. Laura Froehlich (Sozialpsychologie), Sarah Martiny (UiT The Arctic University of Norway) und Christina Schneider als studentische Hilfskraft. Treffpunkt für die 32 Teilnehmenden war ein Konferenzhotel in Bad Honnef.
„Es gab fast doppelt so viele Bewerbungen“, erklärt Orifici. „Leider konnten wir nicht alle annehmen, aber das zeigt, dass das Interesse an dem Thema groß ist.“ Um mit dabei zu sein, nahmen einige Gäste weite Reisewege in Kauf – etwa aus Polen, der Schweiz, Südkorea oder Indien. Vielfältig war auch das Programm mit zahlreichen Forschungs-Präsentationen, Keynotes und interaktiven Formaten. „Es gab zum Beispiel eine Ask-the-Editor-Session, in der man erfahrene Editor:innen Fragen zum Publikationsprozess stellen konnte“, berichtet Marina Orifici. „Das war eine sehr hilfreiche Erfahrung – auch, weil die Teilnehmenden aus ganz unterschiedlichen Karrierestufen kamen.“
Großzügige Förderung und Stipendien
Ermöglicht wurde der dreitägige Workshop dank einer großzügigen Förderung der EASP (European Association of Social Psychology) und Zuwendungen der FernUniversität. „Wir haben Mittel aus dem Gleichstellungskonzept, dem Internationalisierungsfonds und dem Sichtbarkeitsfonds der Fakultät für Psychologie erhalten“, zeigt sich die Wissenschaftlerin dankbar. „Die Förderung hat uns ermöglicht, unser Meeting ohne Teilnahmegebühren zu veranstalten. Außerdem konnten wir vier Stipendien an internationale Forschende vergeben, für die sonst eine Teilnahme nicht möglich gewesen wäre.“
Hybride Keynotes von Expert:innen
Das Team konnte zudem zwei renommierte Forschende für Keynotes gewinnen: Prof. Dr. Natasza Kosakowska-Berezecka (Universität Danzig, Polen) hielt einen Vortrag mit dem Titel: In Search of the „Equaman“: When, Where, and Why Men and Boys Support (or Resist) Gender Equality. „Es ging darum, welche Faktoren die Einstellungen von Männern zum Thema Geschlechtergleichstellung prägen“, fasst Marina Orifici zusammen. Die zweite Keynote From Beliefs to Behavior: Gender in Markets and Organizations drehte sich darum, wie bestimmte Überzeugungen über Geschlechter wirtschaftliche Märkte und Organisationen beeinflussen. Wie seine Vorrednerin teilte Prof. Dr. Ernesto Reuben (New York University Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate) sein Wissen nicht nur vor Ort, sondern auch mit weiteren Interessierten via Zoom. „Als Expertinnen zu Gast waren außerdem Prof. Dr. Sabine Sczesny von der Universität Bern und Prof. Dr. Colette van Laar von der belgischen KU“, ergänzt Orifici.
Exkursionen und Networking
Auch zum Kennenlernen und Netzwerken gab es ausreichend Raum: „Als Social Event sind wir zum Drachenfelsen im Siebengebirge gewandert“, so Orifici. „Das hat uns die Gelegenheit gegeben, uns auch abseits des wissenschaftlichen Programms auszutauschen.“
„Es war eine tolle und sehr nette Atmosphäre“, freut sich die Psychologin. „Wir haben viel positives und wertschätzendes Feedback bekommen.“ Marina Orifici geht davon aus, dass der intensive Austausch neue Kooperationen angestoßen hat. „So können wir unseren Weg der Internationalisierung weitergehen.“ Ein Wiedersehen gibt es schon in diesem Jahr – bei einer großen Konferenz der EASP vom 30. Juni bis 4. Juli in Straßburg.
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