Hilfe bei Abschlussarbeiten: Wie nutze ich KI sinnvoll?
Für viele gehört KI längst zum Studienalltag. Der Selbstlernkurs PIENSA hilft Studierenden dabei, sie sinnvoll einzusetzen – reflektiert, verantwortungsvoll und lernförderlich.
„Wer an einer Hausarbeit oder Abschlussarbeit sitzt, kennt die Situation vielleicht: Viele geöffnete Browser-Tabs, zahlreiche Infos und offene Fragen. Da liegt es nahe, eine generative KI um Unterstützung zu bitten“, sagt Dr. Juan Serrano von der FernUniversität in Hagen. Er hat mit PIENSA einen Selbstlernkurs entwickelt, der genau hier ansetzt. Serrano arbeitet im Lehrgebiet Bildungspsychologie von Prof. Dr. Kathrin Jonkmann. Sein kostenfreier Kurs ist im Rahmen der Förderlinie „Praxisprojekte KI.nrw“ entstanden – und auf der Lernplattform KI-Campus für alle Interessierten zugänglich. Zudem möchte der Wissenschaftler den Kurs bei Moodle einbinden.
PIENSA steht für „Promoting Inclusive, Ethical and Navigated Studying with Artificial Intelligence“. Gleichzeitig bedeutet das spanische Wort piensa schlicht: „Denk nach!“ Hierin liegt die Kernbotschaft des Kurses: Denn der Einsatz von KI geht weit über technische Fragen hinaus. Neben rechtlichen Aspekten und Vorgaben durch Prüfungsordnungen spielen auch inhaltliche Qualität und Verlässlichkeit eine Rolle. „Auch wenn eine KI-generierte Antwort plausibel klingt, heißt das noch lange nicht, dass sie richtig, vollständig oder für wissenschaftliches Arbeiten geeignet ist“, betont Serrano. „Es geht also darum, den Einsatz von KI möglichst bewusst zu durchdenken.“
Denken, statt unreflektiert nutzen
Bild: FernUniversität
Der Selbstlernkurs besteht aus insgesamt sechs Modulen. Zunächst lernen die Teilnehmenden grundlegende Regeln für die Nutzung generativer KI kennen, darunter Verantwortung, Transparenz, Kennzeichnung und Datenschutz. Anschließend geht es um die Frage, wie generative KI das Wissen strukturiert und welche gesellschaftlichen, ökonomischen und ökologischen Folgen ihre Nutzung haben kann.
Weitere Module befassen sich mit der Kommunikation mit KI-Systemen sowie mit typischen Fehlerquellen wie Verzerrungen, Halluzinationen oder fehlenden Quellenangaben. Zum Ende hin zeigt der Kurs konkrete Einsatzmöglichkeiten für Abschlussarbeiten auf, etwa beim Verständnis komplexer Inhalte oder bei der Entwicklung von Suchbegriffen für die Recherche.
Gemeinsam Lernen mit Pia
Als interaktiver Selbstlernkurs konzipiert, bietet PIENSA den Studierenden die Möglichkeit, alle Inhalte in ihrem eigenen Tempo zu bearbeiten und sich flexibel mit den Übungen, Fragen und Reflexionsaufgaben auseinanderzusetzen. Auf ihrem Lernweg werden die Teilnehmenden von Pia begleitet – einer fiktiven Studentin, die selbst an ihrer Abschlussarbeit arbeitet und sich fragt, wie sie dabei KI gewinnbringend und sicher einsetzen kann. „Generative KI soll wissenschaftliches Arbeiten nicht ersetzen, sondern sinnvoll ergänzen“, erklärt Juan Serrano.
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