Digital Health: FernUniversität verbindet immersive Technologien und KI mit Gesundheit
Beim Forschungssymposium „Metaverse meets Health“ diskutierten Forschende und Praktiker:innen, wie digitale Technologien im Gesundheitsbereich künftig eingesetzt werden können.
Virtual Reality, Künstliche Intelligenz und digitale Assistenzsysteme eröffnen neue Möglichkeiten für die Gesundheitsversorgung. Beim dritten Forschungssymposium „Metaverse meets Health“ an der FernUniversität diskutierten rund 60 Forschende und Praktiker:innen, wie digitale Technologien im Gesundheitsbereich künftig eingesetzt werden können – und wo ihre Grenzen liegen.
„Herzlich willkommen an Bord des Ferienfliegers.“ Der Pilot hat bisher noch keine Landung simuliert, geschweige denn ein echtes Flugzeug sicher zu Boden gebracht. Würden Sie einsteigen? Mit diesem Gedankenexperiment holte Prof. Dr. Miriam Rüsseler von der Goethe-Universität Frankfurt am Main die rund 60 Teilnehmenden mitten hinein in die medizinische Praxis. Denn während Pilot:innen selbstverständlich im Simulator trainieren, bevor sie ein Flugzeug steuern, ist das Üben in geschützten Umgebungen in Medizin und Pflege längst noch nicht Standard.
In ihrer Keynote zeigte Rüsseler, wie Virtual Reality (VR) realitätsnahe Trainings für Studierende und Auszubildende ermöglicht. Notfallsituationen lassen sich so simulieren, ohne Patient:innen zu gefährden. Rüsseler leitet das Frankfurter Interprofessionelle Simulationstraining (FIneST), in dem solche Szenarien bereits in einem VR-Labor erprobt werden.
Von VR-Training bis KI-Assistenz
Wie breit das Spektrum der Einsatzmöglichkeiten digitaler Anwendungen im Gesundheitsbereich ist, zeigten die Beiträge des Forschungssymposiums. Vorgestellt wurden Anwendungen von Virtual, Augmented und Mixed Reality ebenso wie KI-basierte Lösungen. Themen waren unter anderem VR in der mentalen Gesundheit und zur Ausbildung von Pflegekräften, virtuelle Patient:innen in der Psychotherapie-Ausbildung und der Einsatz immersiver Technologien in der Demenzpflege. Weitere Beiträge reichten vom Simulationstraining für KI-Kompetenz und Patientensicherheit bis hin zu Assistenzsystemen in der Schmerz- und Palliativmedizin. Eine interaktive Ausstellung gab zusätzlich greifbare Einblicke in aktuelle Forschungs- und Pilotprojekte.
Wenn Mensch und KI gemeinsam entscheiden
Eine weitere Keynote widmete sich der Frage, wie Menschen, insbesondere Ärzt:innen, mit KI-Empfehlungen umgehen. Prof. Dr. Ekaterina Jussupow von der Technischen Universität Darmstadt untersucht die Mensch-KI-Interaktion bei medizinischen Entscheidungen. Entscheidend sei, dass Menschen KI-Vorschläge weiterhin kritisch hinterfragen. „Im Extremfall denken Menschen aus Ressourcengründen nicht mehr selbst“, sagte die Wirtschaftsinformatikerin.
Digital Health als interdisziplinäres Forschungsfeld
Zum ersten Mal fand das nun seit drei Jahren in Hagen veranstaltete Forschungssymposium „Metaverse meets Health“ unter dem Dach des neuen Forschungsschwerpunkts „Digital Health“ der FernUniversität statt. Seit Juni 2026 bündelt die FernUniversität darin Kompetenzen aus verschiedenen Disziplinen. Gemeinsam erforschen Wissenschaftler:innen technologische, psychologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Fragen der digitalen Gesundheitsversorgung.
„Digitale Gesundheit bedeutet weit mehr als neue Technologien“, sagt Prof. Dr. Jenny Wesche, Sprecherin des Forschungsschwerpunkts und Mitorganisatorin des Symposiums. „Entscheidend ist, wie digitale Lösungen gestaltet, angenommen und sinnvoll in die Versorgung implementiert werden.“
Forschung trifft Praxis
Der Austausch über Fächer- und Berufsgrenzen hinweg ist ein Kernanliegen von „Metaverse meets Health“. Neben Wissenschaftler:innen der FernUniversität und anderer Hochschulen brachten auch Praktiker:innen aus Kliniken, Unternehmen und weiteren Bereichen des Gesundheitswesens ihre Perspektiven ein.
Die dreijährige Erfolgsgeschichte des Forschungssymposiums zeigt, wie wertvoll das hier entstandene und weiter entstehende Netzwerk für Forschung und Praxis im Schnittstellenthema Digital Health ist. Die Beteiligten freuen sich schon jetzt darauf, diesen wichtigen Austausch in Zukunft in unterschiedlichen Zusammenhängen mit alten und neuen Gesichtern fortzusetzen.
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Foto: Volker Wiciok
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