Dorothee Winkler

Zwei Masterstudiengänge parallel

Porträt einer Frau Foto: privat
Dorothee Winkler

Wenn einem gleich zwei Masterstudiengänge gut zusagen, entscheidet man sich in der Regel trotzdem für einen von beiden. Oder man macht es wie Dorothee Winkler: Die 36-Jährige studiert aktuell an der FernUniversität in Hagen parallel den Master Wirtschaftswissenschaft sowie den Master Wirtschaftsinformatik.

Erst Ausbildung, dann Studium

„Geplant hatte ich das nicht, aber es hat sich so ergeben“, blickt sie auf ihre Entscheidung zurück. Nach dem Abitur hatte Dorothee Winkler zunächst mit einem Studium der Ernährungswissenschaften begonnen. „Ich wollte ein Studium mit möglichst vielen unterschiedlichen Aspekten, habe aber schnell gemerkt, dass es nicht das Richtige für mich ist.“ Aus Respekt davor, dass ihr ein zweites Studium wiederum nicht gefallen könnte, ging sie danach lieber auf Nummer Sicher und absolvierte eine Ausbildung.

Da sie in der Schule schon gerne mit Zahlen gearbeitet hat und Mathe ihr Lieblingsfach war, entschloss sie sich für eine Ausbildung zur Fachangestellten für Markt- und Sozialforschung beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Eine gute Entscheidung: Denn diese schloss sie als bundesbeste Auszubildende ab.

Die Arbeit beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung macht ihr auch heute noch großen Spaß. Da in einer Bundesbehörde jedoch feste Strukturen herrschen, stieß sie mit den Möglichkeiten, die ihr die Ausbildung bot, schnell an Grenzen – sowohl inhaltlich als auch im Hinblick auf eine Karriere. Sie durfte zwar Daten aufbereiten, aber nicht an wissenschaftlichen Publikationen mitwirken. Außerdem war sie mit einer Ausbildung im mittleren Dienst eingruppiert, in den gehobenen oder gar höheren Dienst führte nur ein Studienabschluss.

Bessere Karriereaussichten dank Studienabschluss

Dorothee Winkler entschied sich daher, parallel zu ihrer Arbeit bei einem privaten Anbieter BWL und Wirtschaftspsychologie zu studieren. „Den Bachelorabschluss habe ich 2020 gemacht. Danach hatte ich eigentlich nicht geplant, noch weiter zu studieren.“ Durch Weiterbildungen in den Bereichen Digitale Transformation und Big Data entstand bei ihr dann aber doch die Idee, dieses Wissen durch ein Studium weiter zu vertiefen.

„Aufgrund der Kosten wollte ich aber nicht noch einmal bei einem privaten Anbieter studieren.“ Die passende Lösung fand sie an der FernUniversität in Hagen. „Ich hatte schon seit dem Abi ein Lesezeichen von der FernUni und daher schon häufig über ein Studium dort nachgedacht.“

Ihr eigentliches Wunschstudium wäre der Master Data Science gewesen. Für die Zulassung fehlten ihr jedoch die passenden Qualifikationen. Daher fiel ihre Wahl auf Wirtschaftsinformatik. „Da ich hier für die Zulassung jedoch ebenfalls noch ein Modul nachholen musste, habe ich einfach schon einmal mit dem Master Wirtschaftswissenschaft angefangen.“

„Mir ist es wichtig, einen sehr guten Abschluss zu schaffen.“

Dorothee Winkler

Der Schwerpunkt quantitative Methoden und Modellierung hat ihr so viel Spaß gemacht, dass schnell feststand, dass sie Wirtschaftswissenschaft auf jeden Fall weitermachen wollte – parallel zum Master Wirtschaftsinformatik.

Dreimalige Deutschlandstipendiatin

In der Beamtenlaufbahn wäre der Masterabschluss der Schlüssel für den höheren Dienst. Dorothee Winklers Ziel ist jedoch in beiden Studiengängen nicht nur irgendein Abschluss. „Mir ist es wichtig, einen sehr guten Abschluss zu schaffen.“ Den passenden Weg dazu hat sie eingeschlagen. Ihre bisherigen sehr guten Noten wurden bereits dreimal mit einem Deutschlandstipendium honoriert, einem bundesweiten Förderprogramm, das leistungsstarke und engagierte Studierende mit monatlich 300 Euro unterstützt, finanziert je zur Hälfte vom Bund und privaten Förderern.

Unterwegs als „Rikschapilotin“

Denn neben Studium und Arbeit engagiert sich Dorothee Winkler bei der Initiative „Radeln ohne Alter“. Dort ist sie seit der Coronazeit aktiv: „Ich wollte gerne etwas für Menschen machen, denen es nicht so gut geht.“ Die Initiative „Radeln ohne Alter“ ermöglicht es ehrenamtlichen Radfahrenden, ältere oder mobilitätseingeschränkte Menschen mit Fahrradrikschas kostenlos an die frische Luft zu bringen und ihnen gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

Zum einen hilft Dorothee Winkler der Initiative beim Führen der Mitgliederdatenbank und bei der Wirkungsevaluation. „Da kann ich dank meines Jobs sehr gut unterstützen.“ Zum anderen ist sie dort als „Rikschapilotin“ unterwegs. „Es ist toll zu sehen, wie die Leute sich freuen, wenn sie einmal raus und beispielsweise an den Rhein kommen.“

Stand: Juni 2026


Ähnliche Stimmen zur FernUni

Foto: Privat

Kathrin Heinle

Nach ihrem Bachelor in Wirtschaftswissenschaft hat sie den Master Wirtschaftsinformatik an der FernUniversität in Hagen abgeschlossen.

Foto: Privat

Rosalie Renner

Rosalie Renner studiert mit Spinaler Muskelatrophie. Die Deutschlandstipendiatin organisiert ihren Studienalltag selbstbestimmt und denkt Normalität auf ihre Weise neu.

Carina Grewe | 25.06.2026