Ein Jahr OpenEU: Konsolidierung der Allianz

OpenEU, die Allianz mit dem Ziel, die erste europäische offene Universität zu schaffen, hielt im Februar ein Koordinationstreffen in Lissabon ab.


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Openeu-lissabon-gruppe Foto: OpenEU/UAB
Trafen sich in Lissabon: Mitglieder der Allianz OpenEU aus ganz Europa.

Gastgeberin war die Universidade Aberta. Das Treffen markierte den Abschluss des ersten OpenEU-Jahres und zugleich den Beginn des zweiten Arbeitszyklus – zu einem entscheidenden Zeitpunkt, um den europäischen Anspruch in konkrete Wirkung zu überführen.

An zwei Tagen zogen die Partnerinstitutionen Bilanz über die im ersten Jahr erzielten Fortschritte und verabschiedeten den Arbeitsplan für das zweite Jahr. Im Mittelpunkt stand der Übergang von der Konsolidierung zur Umsetzung – mit dem gemeinsamen Ziel, die Rolle der offenen und Fernuniversitäten im Europäischen Hochschulraum weiter zu stärken. Diese Rolle gewinnt zunehmend an Bedeutung, um der wachsenden Nachfrage nach flexiblen Lernwegen, lebenslangem Lernen und kontinuierlicher Weiterbildung bzw. Umschulung gerecht zu werden.

Auch die FernUniversität in Hagen bringt sich in diesem Prozess maßgeblich ein: Sie leitet innerhalb der Allianz das Arbeitspaket WP2 mit dem Schwerpunkt Lifelong Learning und trägt damit zentrale Verantwortung für die Entwicklung und Pilotierung neuer, flexibler Weiterbildungsformate.

Solide Grundlagen für die Skalierung

Im ersten Jahr etablierte OpenEU tragfähige Governance- und Koordinationsstrukturen über unterschiedliche institutionelle Kontexte hinweg und setzte eine Reihe von Pilotinitiativen um. Diese Erfolge bilden eine starke Grundlage für die Ausweitung und Implementierung im größeren Maßstab im zweiten Jahr.

Zu den zentralen Meilensteinen zählen die Erprobung gemeinsamer Forschungsworkshops, die Durchführung von elf gemeinsamen Promotionskursen mit mehr als 80 eingeschriebenen Doktorandinnen und Doktoranden sowie die Organisation der ersten OpenEU International Winter School. Die Auftaktveranstaltung in Athen brachte nahezu 100 Promovierende und Forschende in frühen Karrierephasen zusammen und stärkte die Zusammenarbeit und Vernetzung innerhalb der europäischen Forschungs- und Promotionsgemeinschaft.

Parallel dazu verabschiedete die Allianz mehrere gemeinsame Rahmenwerke und Richtlinien, die die weitere Entwicklung unterstützen. Dazu gehören Fortschritte auf dem Weg zu gemeinsamen Studienabschlüssen und zur Internationalisierung ebenso wie die konzeptionelle Ausarbeitung strategischer Initiativen wie Professional GPS und das Lifelong Learning Portfolio.

Openeu-lissabon-seminar Foto: OpenEU/UAB

Die Auswahl von OpenEU als „Early Adopter“ des European Higher Education Interoperability Framework (HEIF) hat die Sichtbarkeit und strategische Positionierung der Allianz auf europäischer Ebene zusätzlich gestärkt. OpenEU reagiert damit auf ein klares gesellschaftliches Bedürfnis: den Zugang zu hochwertiger, flexibler und chancengerechter Hochschulbildung für Lernende in allen Lebensphasen zu sichern.

Kooperative Stärke in Angebote verwandeln

Aufbauend auf diesen Grundlagen zielt der in Lissabon gestartete zweite Arbeitszyklus darauf ab, die kooperative Stärke von OpenEU in noch sichtbarere Angebote für Studierende, Beschäftigte und die Gesellschaft insgesamt zu übersetzen.

Sebastian Lauritz, Projektleiter des OpenEU-Büros an der FernUniversität, betont: „Innerhalb der Allianz wird unser Arbeitspaket sukzessive sichtbar werden, weil wir im Laufe des 2. Projektjahres mit der Pilotierung etlicher Lifelong Learning Angebote starten werden.“ Lauritz, der gemeinsam mit Prorektor Prof. Torsten Linß vor Ort war, zieht eine positive Bilanz des Lissabon-Meetings. „Nachdem wir im ersten Jahr auf Ebene der work packages ins Arbeiten gekommen sind, wollen wir nun verstärkt Querschnittsaufgaben angehen, zum Beispiel gemeinsame Standards für den Bereich Microcredentials definieren.“

Zu den Prioritäten für das zweite Jahr zählen erweiterte Mobilitätsprogramme, eine stärkere Verzahnung von Kompetenzentwicklung, Beschäftigungsfähigkeit und Microcredentials, eine intensivere Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlichen Communities sowie die Prüfung neuer gemeinsamer Initiativen – etwa einer Online-Karrieremesse und des ersten gemeinsamen Bachelorstudiengangs der Allianz.

Die Zusammenarbeit innerhalb der Allianz soll zudem durch fünf für 2026 geplante „Staff Weeks“ weiter vertieft werden. Diese finden an verschiedenen OpenEU-Partnerinstitutionen statt und fördern die Mobilität von Mitarbeitenden, den kollegialen Austausch und die institutionelle Abstimmung.

Das langfristige Ziel bleibt klar: die Entwicklung zu einer paneuropäischen offenen Universität, die flexible und anpassungsfähige Bildungswege anbietet und es Lernenden ermöglicht, im Hochschulsystem einzusteigen und voranzukommen – ohne sich zwischen Bildung, Beruf und Alltag entscheiden zu müssen.

Presse | 19.02.2026