Verlässliche Freunde in Zeiten des Wandels

Die Mitgliederversammlung der Gesellschaft der Freunde stand im Zeichen des Wandels. Frank Walter gab den langjährigen Vorstandsvorsitz an seinen Stellvertreter Erik Höhne ab.


Gdf-vorstand-fernuniversitaet-kp3a2748 Foto: FernUniversität
Der Vorstand der Freundesgesellschaft mit Rektor Prof. Stefan Stürmer (4.v.re.) und Kanzler Michael Strotkemper (3.v.re), die beide 2025 ihr Amt angetreten haben.

Weltweit, in Deutschland und Nordrhein-Westfalen ist es zu spüren: Der Wind ist deutlich aufgefrischt, die Zeichen stehen auf Wandel. Darauf reagiert auch die FernUniversität in Hagen mit einem neuen Leitbild, das den Weg durch unsichere Zeiten weisen soll. „Auf diesem Weg brauchen wir eine starke Freundesgesellschaft“, betonte Rektor Prof. Dr. Stefan Stürmer in direkten Worten. In seinem Bericht bei der Mitgliederversammlung der Gesellschaft der Freunde (GdF) thematisierte er ebenso offen die Herausforderungen, die sich aus den beschlossenen Kürzungen für Hochschulen im Landeshaushalt NRW ergeben. Die Hochschulleitung habe sich bewusst vorgenommen, nicht nur den Rotstift anzusetzen, sondern zugleich in die Wettbewerbsfähigkeit der Universität zu investieren. „Einsparungen sollen nicht dazu führen, dass wir von dem Innovationspfad, auf dem wir uns begeben haben, abweichen“, unterstrich Stürmer. „Wir verbinden die Konsolidierung mit Zukunftsprojekten.“

Als strategische Ziele nannte er unter anderem eine für den Hochschulbereich tonangebende Digitalität, gewinnbringende Internationalisierung und wachsende Anschlussfähigkeit an den Arbeitsmarkt – etwa durch die Einführung von Micro-Credentials, also kleinteiligeren Abschlüssen. An vielen Punkten betonte der Rektor seine Dankbarkeit für die Unterstützung seitens der Freundesgesellschaft, zum Beispiel mit Blick auf die finanzielle Zuwendung anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der FernUni, das so unter anderem auch am ungarischen Campus-Standort begangen werden konnte.

Rückhalt starker Schultern

Foto: FernUniversität
Frank Walter (re.) übergab den Staffelstab des GdF-Vorstandsvorsitz an seinen Stellvertreter Erik Höhne.

Die Zeiten wirtschaftlicher Anspannung, sie sind nicht nur an der FernUni selbst, sondern auch im Portemonnaie der GdF spürbar. Dennoch stehen die Mitglieder fest zusammen – und haben bereits konkrete Pläne und Maßnahmen entwickelt, um auch weiterhin starker Partner für die FernUni zu bleiben. Dazu gehört auch das engagierte Werben um neue Mitglieder. Wer bei der Freundesgesellschaft mitmacht, tut Gutes für Forschung, Lehre und Studierende: Seit ihrer Gründung im Jahr 1978 hat die GdF mit ihren rund 1.100 Mitgliedern, darunter über 800 Alumni, ein Fördervolumen von circa drei Millionen Euro erreicht. Damit greift die GdF der Hochschule und ihren Angehörigen auf vielfache Weise unter die Arme – zum Beispiel vergibt sie Preise und Auszeichnungen an exzellente Absolvent:innen sowie Stipendien an herausragende Studierende.

Frank Walter: „Viele Menschen glücklich gesehen“

Ein herzlicher Dank ging an Frank Walter, einem besonders treuen Freund der FernUni: Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse an Volme und Ruhr engagierte sich seit 2010 als Vorstand für die GdF. Nun gab er den Staffelstab an seinen Stellvertreter im Verein, Erik Höhne (ENERVIE), weiter, der einstimmig als Nachfolger gewählt wurde. Neuer stellvertretender GdF-Vorsitzender ist Markus Hacke (stellvertretender Vorsitzender der Sparkasse an Volme und Ruhr).

Frank Walter bedankte sich beim Vorstand wie bei der FernUniversität für die gute Zusammenarbeit – bei der unter anderem eine Vielzahl von Stipendien durch die Freundesgesellschaft vergeben wurden. Angesichts dessen, wie viele Studierende in den letzten Jahren auf ihrem Bildungsweg von der GdF unterstützt werden konnten, zog Walter ein zufriedenes Fazit: „Wir haben viele Menschen glücklich gesehen“, so das persönliche Resümee. „Da weiß man schon, dass die Freundesgesellschaft eine echte Berufung und einen echten Zweck hat.“

CATALPA und KI: Wo geht die Reise hin?

Mann am Rednerpult Foto: FernUniversität
CATALPA-Wissenschaftler Prof. Specht Marcus Specht teilte sein Wissen über Künstliche Intelligenz in der Lehre.

Ein lehrreicher Schlussakkord kam von Prof. Dr. Marcus Specht, Leiter der Forschungsprofessur „Learning Sciences in Higher Education" und Wissenschaftlicher Direktor von CATALPA. In der zentralen wissenschaftlichen Einrichtung der FernUni forschen über 60 Wissenschaftler:innen nach dem Reallabor-Prinzip zusammen. Sie nutzen das authentische Hochschulsetting um Bildungstechnologien zu entwickeln und deren Auswirkungen zu ergründen. Passend dazu stellte Marcus Spechts Vortrag „Lernen und Lehren mit KI“ die kritische Frage nach dem „Wann, Wie und Wozu“.

Als Experte holte er die Anwesenden mit einem unterhaltsamen Überblick ab, bei dem er auf den aktuellen Forschungsstand einging. So verglich er zum Beispiel Studien, die den Blick auf KI-Tools aus den Augen verschiedener Altersgenerationen abgefragt haben. Selbst ermutigte er zu Offenheit gegenüber neuen Entwicklungen: „Viel Spaß beim Entdecken!“ Eine aufgeschlossene Haltung, die sich wohl auch auf die Neuausrichtung der FernUni als ganze übertragen lässt.

 

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