Zusammenarbeit durch „Psychology for Future Week“ 2026 in Namibia vertieft
Erneut hat eine Delegation der FernUniversität die University of Namibia besucht. Den Rahmen für die internationale Kooperation bildet das DAAD-Projekt Psychology for Future.
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Die internationalen Partnerschaften mit afrikanischen Universitäten auszubauen, das ist ein wichtiges Ziel der FernUniversität in Hagen. Ein gegenseitiges „Memorandum of Understanding“ bildet seit 2023 das Fundament für den Austausch zwischen der University of Namibia (UNAM) und der FernUni. Im Rahmen des DAAD-geförderten Projekts Psychology of Future reiste jetzt erneut eine wissenschaftliche Delegation aus Hagen nach Windhoek: Rektor Prof. Dr. Stefan Stürmer, PD Dr. Laura Froehlich, Dr. Johanna Werner, Dr. Jan-Bennet Voltmer und sechs FernUni-Studierende.
„Wir haben zum zweiten Mal die Psychology for Future Week in Namibia durchgeführt, anknüpfend an die erfolgreiche Pilotierung aus 2025 und vorangegangene Fact Finding Missions in den Jahren zuvor“, ordnet Psychologin Johanna Werner ein.
Arbeit an gemeinsamen Vorhaben
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Im Zentrum der Reise stand die Kollaboration der beiden Institutionen hinsichtlich Lehre und Forschung: FernUni-Rektor Stefan Stürmer und UNAM-Vizekanzler Kenneth Matengo bekräftigten in einem gemeinsamen Termin den Wunsch, das gemeinsame Memorandum of Understanding mit Leben zu füllen: „Beide Unis haben ein großes Interesse daran, die Zusammenarbeit auch über den Förderzeitraum des DAAD-Projekts hinaus aufrechtzuerhalten und zu stärken“, betont Voltmer. Laura Froehlich, Johanna Werner und Jan-Bennet Voltmer arbeiteten vor Ort mit Dr. Manfred Janik, Dr. Elizabeth Shino, Dr. Annelisa Murangi und Dr. Clifford Hlatywayo, Forscher:innen der UNAM. Die Basis für die gemeinsame Forschung zum Beispiel an Spätfolgen von Covid, nachhaltiger Ernährung, offenem Zugang zu Bildungsmöglichkeiten, und psychologischen Klimawandelfolgen bilden dabei die von den Vereinten Nationen benannten Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals).
Studentische Beteiligung und Vernetzung vor Ort
Immer mit dabei: Studierende beider Unis. In internationalen Teams arbeiteten sie an den gemeinsamen Projekten, lauschten Vorträgen und übten sich im Feedback. Eines von vielen Highlights war ein „Community-Engagement-Workshop“ mit Freiwilligen vor Ort. Hier konnten die Teilnehmenden psychologisches Wissen in einem realen Kontext zur praktischen Anwendung bringen. Thema: Psychologische Belastung und Stressbewältigung. „Das Community Engagement hat eindrucksvoll die hohe Qualität der Ausbildung unseres Bachelorstudiums in Psychologie gezeigt - und außerdem die Stärken unserer vielfältigen Studierendenschaft“, resümiert Rektor Prof. Dr. Stefan Stürmer. Weitere Perspektiven eröffnete der Kontakt mit institutionellen Partnern in Windhoek, etwa dem Goethe-Institut. Gesprächspunkte waren die Mobilität von Studierenden, die Abwanderung von Fachkräften („Brain Drain“) und berufliche Entwicklungschancen, insbesondere im Bereich der Sprachvermittlung und internationaler Arbeitsmärkte.
Miteinander verwobene Geschichte(n)
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Zusätzliche Einblicke erhielt Jan-Bennet Voltmer, der bereits einige Tage vorher angereist war. „Gemeinsam mit meinem Kollegen Clifford Hlatywayo haben wir die Stadt Lüderitz besucht.“ Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlangte die damals von Deutschen kolonisierte Region größere Bekanntheit durch wertvolle Diamantenfunde. Heute erinnern zwei Gedenksteine auf Shark Island an die Verbrechen der Kolonialisierung an den Nama und Herero. Neben dieser historischen Dimension war Lüderitz auch aus ganz anderen Gründen für die beiden Wissenschaftler interessant. „Zeitweise war die Stadt ein großer Hoffnungsträger in Bezug auf grünen Wasserstoff, weil es dort besonders viel Sonne und Wind gibt“, so Voltmer. „Wir haben mit Menschen vor Ort über die Chancen und Risiken von grünem Wasserstoff und den Erdölfunden vor der Küste Namibias gesprochen.“
Lernen über Land und Leute
Generell lag dem Team am Herzen, möglichst viel über die Kultur und das Land Namibia zu erfahren. So besuchten sie auch in Windhoek viele historisch und kulturell wichtige Orte – Museen, Townships und Kunsträume. „Solche Erfahrungen waren spannend für uns“, erklärt Voltmer. „Dadurch hat sich unser Verständnis der sozialen Realität und der Geschichte des Landes noch vertieft – wichtiges Kontextwissen mit Blick auf kultursensible Lehre und Forschung.“ Für den Wissenschaftler ist klar: „Mit unserem Besuch haben wir die gemeinsame Basis gefestigt. Wir freuen uns auf die langfristige, vertrauensvolle Zusammenarbeit.“
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