Alumnifeiern in Frankfurt: 107 Abschlüsse, viele individuelle Wege
Zwei sehr unterschiedliche Bildungswege zeigen, wie Studium, Beruf und persönliche Lebensentwürfe miteinander verbunden werden können. Gewürdigt werden alle.
Foto: Sophie Schueler
Ein gelernter Bankkaufmann, der heute Professor ist. Ein Manager, der sein Studium zwischen Schreibtisch und Dienstreisen organisiert. Zwei Lebensläufe, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und doch verbindet sie ein gemeinsamer Weg: Beide haben an der FernUniversität in Hagen studiert. Bei der Alumnifeier am Campus Frankfurt wurde sichtbar, wie vielfältig akademische Wege verlaufen können.
An zwei Tagen, am 27. und 28. August, feierte der Campus 107 Absolventinnen und Absolventen. Mehr als 180 Angehörige, Freundinnen, Freunde und universitäre Wegbegleiter kamen dazu. Campusleiter Dr. Adrian Jitschin richtete seinen Dank dabei ausdrücklich an diejenigen, die ihr Studium neben Beruf, Familie oder anderen Verpflichtungen bewältigt haben: „Wir haben Ihnen Ihre Studienabschlüsse sicher nicht geschenkt. Umso stolzer sind wir, dass Sie heute vor uns sitzen.“
Im Namen des Rektorats überbrachte Prof. Dr. Torsten Linß die Glückwünsche der Hochschulleitung: „Sie als Absolventinnen und Absolventen haben gezeigt, dass akademische Bildung Horizonte erweitert, Handlungsspielräume eröffnet und Lebenswege verändern kann.“ Er betonte die Bedeutung akademischer Bildung, die weit über den Erwerb von Wissen hinausgeht und hob hervor, dass die FernUniversität Studierende unterstützt, ihren individuellen Bildungspfad zu gehen.
Ein Studium mit Folgen
Fotostrecke
Einer, für den der Studienabschluss zum Ausgangspunkt einer akademischen Laufbahn wurde, ist Prof. Dr. Christian Anschütz. 2010 begann er als gelernter Bankkaufmann berufsbegleitend an der FernUniversität. Auf Bachelor und Master folgte 2024 die Promotion. Ein Jahr später wurde Anschütz an die Duale Hochschule Gera-Eisenach berufen – nun kehrte er als Professor zur Alumnifeier zurück.
In seiner Rede schilderte er, wie wichtig es für ihn gewesen sei, als Student von Anfang an wissenschaftlich ernst genommen und gefördert zu werden. Heute baut seine Hochschule einen gemeinsamen Forschungsschwerpunkt mit der FernUniversität auf. Damit verbindet sich sein eigener Bildungsweg unmittelbar mit einer neuen wissenschaftlichen Zusammenarbeit.
Dass ein Studium nicht an einen festen Lernort gebunden sein muss, zeigte dagegen Hendrik Epp. Der Absolvent arbeitet in verantwortungsvoller Position beim Technologiekonzern Siemens und absolvierte sein Studium weitgehend von zu Hause und unterwegs auf Dienstreisen. Die Flexibilität der FernUniversität und die Unterstützung durch Ansprechpersonen bei fachlichen Fragen halfen ihm dabei, Studium und Beruf miteinander zu verbinden.
Campus Frankfurt als Ort des Austauschs
Die wissenschaftlichen Berater Prof. Dr. Stefan Smolnik und Prof. Dr. Felicitas Schmieder unterstrichen die Bedeutung des Campus Frankfurt für die Rhein-Main-Region.
Wirtschaftsinformatiker Prof. Dr. Stefan Smolnik, der den BWL-Lehrstuhl für betriebliche Anwendungssysteme leitet, hob die Bedeutung der Präsenzangebote für wissenschaftliches Arbeiten hervor. Der Campus Frankfurt sei insbesondere für Kolloquien und Abschlussseminare ein wichtiger Treffpunkt. Zudem verwies er auf Formate wie den Dialogabend mit KI-Expertinnen und -Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Die Historikerin Prof. Dr. Felicitas Schmieder, Leiterin des Lehrgebiets Geschichte und Gegenwart Alteuropas, verwies auf die langjährige Geschichte der lokalen Lerngruppe Geschichte, deren Ehrenmitglied sie ist. Die Gruppe besteht seit fast zwei Jahrzehnten und dient Studierenden verschiedener Generationen als Netzwerk für fachlichen und persönlichen Austausch. Aus ihr sind bereits Ausstellungen, Stadtführungen und mehrere Promotionsvorhaben hervorgegangen.
Ausklang in festlicher Atmosphäre
Nach den Ehrungen wurde aus dem Campus ein Treffpunkt: Bei Buffet und Jazzmusik des Sextetts „Perdido Jazz Beats“ blieb Zeit für Gespräche mit ehemaligen Kommilitoninnen und Kommilitonen, Wegbegleitern und Hochschulangehörigen. Für Hendrik Epp war es dabei ein Perspektivwechsel: Hatte er den Frankfurter Campus bislang vor allem aus Prüfungssituationen gekannt, konnte er ihn nun als Ort des gemeinsamen Feierns erleben.
Die beiden Tage machten damit mehr sichtbar als 107 erfolgreiche Abschlüsse. Sie zeigten, wohin Bildungswege führen können – und dass ein Studium auch Jahre später neue Verbindungen schaffen kann.
Foto: privat
Foto: privat
Foto: FernUniversität