Herodion Ello Makulua

Zum Arbeiten und für die Ausbildung nach Deutschland

Porträt von Herodion Ello Makulua Foto: Torsten Silz
Herodion Ello Makulua

Herodion Ello Makulua hat bereits in der Schule Deutsch gelernt. Normalerweise gehört das Fach zwar nicht gerade zum Standartkanon einer indonesischen Schule. „Aber meine Schule war eine deutsche Partnerschule, da ging das.“ Als 16-Jähriger war er dann für drei Wochen im Rahmen eines Austauschs in Deutschland und ab da wusste er: „Ich möchte später einmal für meine Ausbildung oder zum Arbeiten zurückkommen.“ Mittlerweile hat er beides in die Tat umgesetzt: Er arbeitet als Koch in der Nähe von Freiburg und studiert gleichzeitig Mathematik an der FernUniversität in Hagen.

In Indonesien hatte Herodion Ello Makulua bereits einen Bachelorabschluss in Mathematik gemacht und dort an einer Schule als Lehrer gearbeitet. Für ihn war jedoch klar, dass er das nicht für immer machen wollte. Im Jahr 2018 zog er deshalb nach Deutschland. „Hier habe ich dann etwas komplett Anderes gemacht.“ Bereits von Indonesien aus hatte er sich auf eine Ausbildung als Koch beworben. „Ich dachte mir, das ist ein sehr guter Beruf, um eine neue Kultur kennenzulernen.“

„Die FernUni passt zu mir“

Die Ausbildung zum Koch war spannend und auch seinen jetzigen Job bei einem Bio-Caterer, der Schulen und Kindergärten mit Essen beliefert, macht Herodion Ello Makulua gerne. Die Faszination für Mathematik hatte bei dem jungen Mann aber auch nie nachgelassen. Daher wollte er parallel zu seiner Arbeit auf jeden Fall auch noch weiter Mathematik studieren.

„Ich habe mich im Internet schlau gemacht, welche Möglichkeiten es gibt und mich schließlich für die FernUniversität entschieden. Die FernUni passt zu mir, da ich neben der Arbeit studieren kann, wann und wo ich will.“

Die Sprache der Mathematik ist universell und überall gleich.

Herodion Ello Makulua

Studienstart als Herausforderung

Seit 2022 ist er nun in den Masterstudiengang Mathematik in Hagen eingeschrieben. Morgens steht er am Herd und bereitet das Essen für die Schul- und Kitakinder zu, am Nachmittag und am Wochenende hat er genügend Zeit, sich um sein Studium zu kümmern. Das Anerkennen seines indonesischen Bachelorzeugnisses war an der FernUniversität kein Problem, da er es sich übersetzen und von der deutschen Botschaft in Indonesien beglaubigen hatte lassen. Eine Sprachbarriere gab es aufgrund seiner guten Deutschkenntnisse ebenfalls nicht: „Außerdem ist die Sprache der Mathematik universell und überall gleich.“

Der Studienstart war für Herodion Ello Makulua trotzdem etwas holprig: „Ich hatte mich lange Zeit nicht mehr mit Mathematik beschäftigt und musste erst einmal wieder reinkommen.“ Außerdem musste er sich an das für ihn neue System des Fernstudiums gewöhnen. Von Seiten der FernUniversität gab es jedoch für beide Herausforderungen Unterstützung: „Ich habe zweimal im Monat an Online-Tutorien teilgenommen. Das hat mir sehr geholfen.“

Sein Ziel ist es nun den Masterabschluss zu erreichen. Wenn möglich kann er sich auch eine Promotion vorstellen. Am liebsten würde er mit diesen Abschlüssen dann später einmal als Mathematikdozent an einer Universität arbeiten. Ob dies in Indonesien oder auch in Deutschland sein wird, steht im Moment noch nicht fest: „Man weiß nie, was das Leben bis dahin noch bringt.“

Stand: November 2023

 

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