Wenn Bildung mit dem Leben mitwächst
Zwischen Familienalltag, Neuanfängen und großen Zielen feierten Absolvent:innen der FernUniversität in Hagen ihren Studienabschluss.
Foto: Volker Wiciok
Der Mai zeigte sich von seiner freundlichen Seite: warme Abendsonne, ein blühender Campus und viele gut gelaunte Gäste prägten die Alumnifeier der Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften sowie der Fakultät für Psychologie am Campus Hagen. Angeregte Gespräche zwischen Kommilitonen, Freunden und Familien zeigten vor allem: Dieser Abend gehörte nicht nur den Absolvent:innen selbst, sondern auch all jenen, die sie auf ihrem Weg begleitet haben.
Denn wie schon bei der ersten Hagener Alumnifeier des Frühjahrs spiegelte auch dieser Abend die Vielfalt der Lebensrealitäten wider, die ein Fernstudium prägen. Berufstätige, Eltern, Menschen mit Kurven in ihrer Bildungsbiografie oder mit Phasen des Zweifelns und Neuanfangs kamen zusammen, um ihren Studienabschluss zu feiern.
Lernen zwischen Alltag und Aufbruch
Prorektorin Prof. Claudia de Witt spannte in ihrer Rede den Bogen zwischen den persönlichen Erfolgsgeschichten der Absolvent:innen und der Entwicklung der FernUniversität selbst. Viele hätten ihren Abschluss unter Bedingungen erreicht, die Eigenorganisation und Durchhaltevermögen verlangt hätten – neben Beruf, Familie oder anderen Verpflichtungen. Gerade deshalb wolle die FernUniversität Studienbedingungen schaffen, die sich stärker an den unterschiedlichen Lebensrealitäten ihrer Studierenden orientieren. „Digitalisierung ist für uns kein Selbstzweck. Digitalisierung ist ein Instrument, um Studienerfolg zu ermöglichen“, betonte de Witt.
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Dabei gehe es nicht nur um neue Technik, sondern auch um die Frage, wie Lernen individueller begleitet werden könne – etwa durch digitale Lehr- und Lernangebote, flexiblere Formate oder neue Formen der Unterstützung. Die Veränderungen innerhalb der Hochschule beschrieb de Witt als gemeinsamen Prozess: „Transformation ist kein abstraktes Strategiepapier. Sie ist ein gemeinsames Projekt.“
Bei allem Wandel bleibe der Grundgedanke der FernUniversität jedoch derselbe: Menschen unabhängig von ihrer Lebenssituation akademische Bildung zu ermöglichen. Genau das spiegelten die vielen unterschiedlichen Geschichten des Abends wider.
Mit Kind, Krisen und Kraft durchs Studium
Wie eng Studium und persönliche Lebensrealität miteinander verflochten sein können, zeigte die Absolventinnenrede von Sarah Felicitas Pfülb. Sie absolvierte erfolgreich den Bachelor Politikwissenschaft und den Master Governance. In ihrer Rede schilderte sie ihren Weg durch Studium und Alltag – begleitet von Schwangerschaft, Berufseinstieg, Trennung, Familienorganisation und gesundheitlichen Rückschlägen.
„Es ist nicht wichtig, wie langsam du gehst, solange du nicht aufhörst“, zitierte sie Konfuzius zu Beginn ihrer Rede. Dieser Satz habe sie durch viele herausfordernde Phasen getragen. Besonders eindrücklich erinnerte sie an die ersten Studienjahre mit kleiner Tochter. Hausarbeiten entstanden nachts, Prüfungen mussten mit Arztterminen und Betreuung organisiert werden. Unterstützung fand sie unter anderem im Mini-Campus der FernUniversität. Dort habe sie erlebt, dass Studium und Familienalltag tatsächlich vereinbar sein können.
Prägend seien für sie außerdem die Begegnungen mit anderen Studierenden gewesen. Über Lernwochen, Seminare und digitale Treffen seien enge Kontakte entstanden: „Wir haben uns gegenseitig getragen, ermutigt und motiviert.“ Auch nach persönlichen Verlusten und einer schweren Erkrankung kurz vor Abschluss ihrer Masterarbeit hielt sie an ihrem Ziel fest. Die letzten Seiten schrieb sie zeitweise nur eingeschränkt beweglich. Rückblickend beschreibt sie die Abgabe deshalb als „mehr als ein Termin – sie war ein Triumph“. Zum Abschluss schlug sie den Bogen zu den Erfahrungen vieler Absolvent:innen im Saal: „Wir haben weitergemacht – langsam vielleicht, manchmal mit Pausen, aber immer weiter.“
Verbunden mit Stadt und Region
Für die Stadt Hagen gratulierte Bürgermeister Ralf Quardt den Absolvent:innen zu ihrem Studienerfolg. Ein Fernstudium erfolgreich abzuschließen, verdiene besonderen Respekt, „denn der Entschluss, ein Studium aufzunehmen, entsteht nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus innerer Überzeugung und aus dem Mut heraus, sich neuen Herausforderungen zu stellen“. Die FernUniversität leiste damit einen wichtigen Beitrag für Bildung und gesellschaftliche Entwicklung in der Region.
Auch de Witt betonte die enge Verbindung zwischen Universität und Stadt. Die FernUniversität wolle als Partnerin in Hagen sichtbar bleiben und zugleich ihre regionale Verwurzelung stärken.
Musik und Begegnungen
Musikalisch begleitet wurde der Abend von Joy Bach & Josie, die mit verschiedenen Pop-Songs für eine entspannte und festliche Atmosphäre sorgte.
Beim anschließenden Empfang nutzten viele Absolvent:innen, Angehörige und Gäste die Gelegenheit zum Austausch. Zwischen Gruppenfotos, Gesprächen und glücklichen Wiedersehen zeigte sich dabei einmal mehr, was die Alumnifeiern der FernUniversität ausmacht: Sie würdigen nicht nur akademische Leistungen, sondern vor allem die Menschen und Geschichten dahinter.
Foto: Volker Wiciok
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