Svjatlana Tsikhanouskaia zeichnet Felix Ackermann aus

Der Leiter des Lehrgebiets Public History erhielt einen Orden von der belarussischen Oppositionsführerin. Vom 5. bis 7. Juli findet zudem ein Colloquium zum Thema „Belarus“ statt.


Mann mit Orden, Frau überreicht gerahmte Urkunde Foto: Lehrgebiet Public History
Felix Ackermann wurde von Svjatlana Tsikhanouskaia in Warschau ausgezeichnet.

Die belarusische Oppositionsführerin Svjatlana Tsikhanouskaia verlieh Prof. Dr. Felix Ackermann in Warschau einen Orden für die Arbeit zugunsten von Belarus. Der Leiter des Lehrgebiets Public History weilte in der polnischen Hauptstadt für eine Vorstellung der belarusischen Übersetzung seines Buchs über die Geschichte von Grodno. In Hagen baut er seit 2022 einen Belarus-Schwerpunkt auf, der das isolierte Land in den Mittelpunkt der Forschungen zum Nachwirken von Gewalt rückt. Das Land war als Teil der westlichen Sowjetunion vor 1985 im Zuge des deutschen Überfalls in besonderer Weise von nationalsozialistischen Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung betroffen.

Ackermann betreut in Hagen die Promotionen von Gundula Pohl über die Rolle von Erinnerung an diesen Verbrechen in der belarusischen Gesellschaft im 21. Jahrhundert. Aliaksei Bratachkin verließ 2021 die belarusische Hauptstadt Minsk aufgrund von Verfolgungen und promoviert seit 2022 in Hagen über die Rolle von Public History in Belarus zwischen 2010 und 2020.

Weiterhin ist am Lehrgebiet Public History Dr. Aryna Dzimitryieva in einem Forschungsprojekt über die Geschichte von Polizeigewalt in Belarus tätig. Gemeinsam mit Prof. Dr. Thomas Bedorf holte Felix Ackermann mit der Philosophin Dr. Olga Shparaga eine der Vordenkerinnen der Massenproteste in Belarus nach Hagen, wo sie ein Projekt über die Rolle von Fürsorge im 21. Jahrhundert bearbeitet.

Belarus Colloquium in Hagen

Vom 5. bis 7. Juli findet in Hagen das Belarus Colloquium statt, das renommierte Wissenschaftler:innen zusammenbringt, die sich mit der Vergangenheit und Gegenwart des 10-Millionen-Einwohnerlandes an der EU-Außengrenze beschäftigen. In diesem Jahr steht die Frage im Mittelpunkt des Colloquiums, wie in Zukunft Forschung zu Belarus möglich sein wird, wenn die meisten Wissenschaftler:innen nicht mehr in das Land reisen können und die dortigen Archive nicht mehr zugänglich sind. Am Abend des 7. Juli findet um 18.00 Uhr ein öffentlicher Vortrag über postkoloniale Zugänge zur Geschichte von Belarus und der Ukraine statt. Es ist möglich, diesen Vortrag via Zoom zu verfolgen.

 
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