Fernstudium: Von Mensch zu Mensch

Persönliche Kontakte im Fernstudium sind wichtig. Deshalb wirbt Absolvent Jürgen Vörding auf der Alumnifeier in Coesfeld dafür, die Angebote im Regionalzentrum zu nutzen.


Ein Mann steht am Redepult. Foto: Hartwig Heuermann
Assistenz-App: Absolvent Jürgen Vörding konzipierte und programmierte eine App, die Notlandungen steuert.

„Sich durch ein Fernstudium zu kämpfen stärkt das Selbstvertrauen, das mich nun auch langwierige und schwierige Aufgaben anpacken lässt, mit der Gewissheit das Ziel auch zu erreichen.“ Jürgen Vörding ist Absolvent der FernUniversität in Hagen – und zugleich ihr Student. Im vergangenen Jahr hat Vörding seinen Bachelor-Abschluss in Informatik gemacht und sich direkt in das Masterstudium eingeschrieben.

Gemeinsam mit 130 Gästen feierte der Münsteraner seinen Studienerfolg im Regionalzentrum Coesfeld: „Die Rolle der Regionalzentren ist sehr wichtig. Das Angebot an persönlichen Mentoriaten ist unbezahlbar. Ein guter Mentor beziehungsweise eine gute Mentorin hilft den Studierenden, die Steigbügel zu finden und auf das Pferd aufzusteigen. Reiten muss man schon selbst.“ Vörding ist selbst ,geritten', gab zu Studienbeginn seinen Beruf als Fachinformatiker auf, kümmerte sich um die beiden kleinen Töchter und studierte.

„Ein Fernstudium kann man nur schaffen, wenn man es selbst wirklich schaffen will. Das Umfeld schafft allerdings den Nährboden, der das Gelingen fördert. Gerade Fernstudenten brauchen den persönlichen Kontakt von Mensch zu Mensch“, sagt er rückblickend. „Es lässt sich nicht alles über soziale Medien, Chats und Newsgroups erledigen.“ Der 41-Jährige wollte und hatte sein Ziel fest im Blick.

Notlande-App konzipiert und programmiert

Geholfen hat ihm dabei auch sein privates Hobby: die Fliegerei. Für seine Bachelorarbeit konzipierte und programmierte er einen Notlandeassistenten, der in Form einer Android App als „ELA - Emergency Landing Assistant“ auf der Luftfahrtmesse Aero 2017 für die FernUniversität vorgestellt wurde. Die App berechnet im Falle eines Motorausfalles einen sicheren Gleitpfad, der den Windeinfluss berücksichtigt und Steuerhilfen einblendet. So können Pilotin oder Pilot sicher landen.

Inzwischen ist er durch sein Fernstudium beruflich weitergekommen, hat den Sprung vom Fachinformatiker zum Informatiker geschafft und arbeitet als Software-Entwickler. Es sind Biografien wie die von Jürgen Vörding, die Prorektor Prof. Dr. Sebastian Kubis für die Hochschulleitung würdigte: „Sie haben Mut und Disziplin bewiesen.“

Im Anschluss an die Ehrungen nutzten alle die Gelegenheit, ins Gespräch miteinander zu kommen und sich ins Gästebuch einzutragen: „Liebe Fernuni, Du hast mich gefordert und gefördert, mein Leben verändert – vielen Dank!“ oder „Liebes Team vom Regionalzentrum, liebes FernUni Team, ohne Euch hätte ich es wohl nicht so gut hinbekommen!“

Anja Wetter | 27.11.2018