Ausgezeichnete Wissenschaft: FernUniversität feiert DIES ACADEMICUS

Die akademische Jahresfeier der FernUniversität fand traditionsgemäß am zweiten Freitag im November statt. Die große Politik und viele großartige Leistungen standen im Blickpunkt.


Zum zweiten Mal lud die FernUniversität in Hagen am vergangenen Freitag zu ihrem DIES ACADEMICUS nicht auf den Campus ein, sondern virtuell auf ihre Webseite. „Die Pandemie macht es uns leider auch nach fast zwei Jahren schwer mit dem gemeinsamen Feiern“, nannte Rektorin Prof. Dr. Ada Pellert in ihrer Begrüßung den Grund dafür. „Ein Gutes hat Corona aber: Wir haben sehr viel darüber gelernt, wie wir digitale Formate noch besser in unserem Hochschulalltag einsetzen können.“ Das gilt nicht nur für Lehrveranstaltungen und Online-Konferenzen, die mittlerweile schon zum „New Normal“ geworden sind. Es gilt auch für die akademische Jahresfeier selbst: Wie schon beim diesjährigen Campusfest hatten die Teams des FernUni-Veranstaltungsmanagements und der Digitalen Medienservices die altehrwürdige Villa Bechem in ein professionelles Videostudio und zugleich eine stimmungsvolle Kulisse für ein abwechslungsreiches und kurzweiliges Programm verwandelt.

Wissenschaft und Politik

Den Auftakt bildete ein Gespräch der Rektorin mit der Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Annette Elisabeth Töller. Die beiden tauschten sich aus über die Rolle der Wissenschaft in der Politikberatung, die beide aus intensiver eigener Erfahrung kennen - Töller als Mitglied im Sachverständigenrat für Umweltfragen und Pellert als Mitglied des Digitalrats der Bundesregierung. Wissenschaftliche Erkenntnisse in politisches Handeln zu übersetzen, sei eine komplexe Aufgabe, so Töller: „Die Regierung hätte mehr auf die Wissenschaft hören sollen und müssen. Als Politikwissenschaftlerin sehe ich aber auch, dass es in der Politik nicht nur um Problemlösung geht und dass Politik und Wissenschaft sehr unterschiedliche Logiken haben.“ Die Politik müsse beispielsweise auch berücksichtigen, wie man zum Beispiel für sinnvolle Klimaschutzmaßnahmen auch eine politische Mehrheit finden und die wichtigsten Interessengruppen überzeugen könne. Umso wichtiger sei es, geeignete Formen des Austauschs zwischen wissenschaftlichen Expertinnen und Experten und den Regierungsverantwortlichen zu etablieren – darin waren sich die beiden Politikberaterinnen einig: „Gerade bei den großen, übergreifenden Themen wie Digitalisierung und Klimaschutz braucht die Politik eine Fokussierung“, so Pellert. Wenn politische Zielvorstellungen klar definiert seien, könne die Wissenschaft mit ihrer Expertise wirkungsvolle Empfehlungen aussprechen.

Monitor mit Frau Töller davor Frau Pellert an Stehtisch Foto: FernUniversität
Prof. Annette Elisabeth Töller (li.) klinkte sich digital ein, um mit Prof. Ada Pellert über die Rolle der Wissenschaft in der Politikberatung zu sprechen.

Besondere Leistungen gewürdigt

Um herausragende Leistungen junger und etablierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ging es im zweiten Teil des DIES-Programms. Prof. Dr. Sebastian Kubis, Prorektor für Studium und Diversität, verlieh den Lehrpreis für das beste Bachelormodul an ein Lehrendenkollektiv aus dem Institut für Neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaft für das Modul „Einführung in die Literaturwissenschaft“. Den Preis für das beste Mastermodul erhielt das Team des Douglas-Stiftungslehrstuhls für Dienstleistungsmanagement für das Modul „Dienstleistungsmanagement – Management von Dienstleistungsprozessen“. Der Prorektor für Forschung Prof. Dr. Andreas Kleine freute sich darüber, erstmals den Forschungspreis der FernUniversität zu verleihen. Er ging an die Wirtschaftsinformatikerin Dr. Katharina Ebner, die sich im Forschungsschwerpunkt Energie, Umwelt und Nachhaltigkeit mit den Themen „Smart Mobility“ und „Smart Cities“ befasst. Rektorin Ada Pellert zeichnete die besten Bachelor- und Masterarbeiten aus den fünf Fakultäten mit dem Preis der Gesellschaft der Freunde der FernUniversität aus. Den Preis für die besten Promotionen stiftete die Familie des im Jahr 2017 verstorbenen, langjährigen Förderers der FernUni Bernd Pederzani. Die Enervie Südwestfalen Energie und Wasser AG prämierte aufgrund der Vielzahl herausragender Abschlussarbeiten zu energiewirtschaftlichen Themen gleich vier Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. In kurzen Videobeiträgen haben die Preisträgerinnen und Preisträger ihre ausgezeichneten Arbeiten vorgestellt.

Videoclips zu ausgezeichneten Abschlussarbeiten

Im Vorfeld des DIES ACADEMICUS haben wir die Preisträgerinnen und Preisträger eingeladen, ihre Abschlussarbeiten kurz vorzustellen. Folgende Clips bzw. Abstracts können Sie sich zur Einstimmung auf die Feier bereits jetzt ansehen.

  • Die Preise für die Abschlussarbeiten stiftete die Gesellschaft der Freunde der FernUniversität

    Bachelor

    • Marija Buschujewa, B.A.: „Entfaltung des Typus ,Arbeitskraftunternehmer‘ unter Bedingungen von Telearbeit: Selbstverständlichkeit oder Kontingenz“ (Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften)
    • Tobias Andresen, B.Sc.: „Webanwendung zur Visualisierung von Fahrzeug-Umfelddaten auf Parkplätzen“ (Fakultät für Mathematik und Informatik)
    • Letizia Sturiale, B.Sc.: „Replikation der Studie 4 aus: Madan, S., Basu, S., Rattan, A., & Savani, K. (2019). Support for resettling refugees: The role of fixed versus growth mind-sets. Psychological Science, 30, 238-249“ (Fakultät für Psychologie)
    • Monique Löwe, B.Sc.: „Geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Berufswahl: Die Bedeutung von gleichgeschlechtlichen Vorbildern“ (Fakultät für Wirtschaftswissenschaft)
    • Lisa-Marie Labuda, LL.B.: „Wieviel Volk verträgt der demokratische Rechtsstaat?“ (Rechtswissenschaftliche Fakultät)

    Master

    • Holger Gerhardt, M.A.: „Nicht-propositionale Inhalte / Elemente von Intentionalität als konstitutive Voraussetzung propositionaler Einstellungen. Die Rolle nicht-begrifflicher Inhalte von Intentionalität in der Philosophie John R. Searles vor dem Hintergrund einer kritischen Analyse wesentlicher Merkmale paradigmatisch-intentionaler Zustände in der analytischen Philosophie“ (Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften)
    • Karl Heinrichmeyer, M.Sc.: „Process Discovery durch kontinuierliche Kombination minimaler Regionen“ (Fakultät für Mathematik und Informatik)
    • Danica Schaab; M.Sc.: „Psychopathie als Prädiktor für Erfolg: Ein Vergleich traditioneller und moderner Konzeptualisierungen“ (Fakultät für Psychologie)
    • Maximilian Dait, M.Sc.: „Prototypische Implementierung und Weiterentwicklung eines Natural-Language Processing-Ansatzes als integrierte Werkzeugunterstützung für die Datenmodellierung“ (Fakultät für Wirtschaftswissenschaft)
    • Christiane Marx, LL.M.: „Werbung mit Nachhaltigkeit aus marken- und wettbewerbsrechtlicher Sicht“ (Rechtswissenschaftliche Fakultät)

    Promotionen

    Den Preis für die besten Promotionsarbeiten stiftete die Familie des langjährigen Förderers der FernUni Bernd Pederzani

    • Dr. phil. Christopher Weber: „Die Funktion des Erhabenen in G.E. Lessings Ästhetik des ‚Laokoon‘“ (Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften)
    • Dr.-Ing. Christian Nawroth: „Supporting Information Retrieval of Emerging Knowledge and Argumentation“ (Fakultät für Mathematik und Informatik)
    • Dr. rer. nat. Daniel Reimann: „Weighing the visual evidence – Experiments on the perception of data graphs“ (Fakultät für Psychologie)
    • Dr. rer. pol. David Sebastian Shkel: „Zur Berücksichtigung des Modellrisikos bei der Bewertung strukturierter Finanzprodukte“ (Fakultät für Wirtschaftswissenschaft)
    • Dr. iur. Christopher Bona: „Gemeinsamkeiten und Unterschiede von lebenslanger Freiheitsstrafe und Sicherungsverwahrung in Vollstreckung und Vollzug – Zugleich eine kritische Analyse der Verbindungsmöglichkeiten“ (Rechtswissenschaftliche Fakultät)

    ENERVIE-Preis

    • Florian Jost (B.Sc.): „Generalisierung von Strompreisprognosen mit Hilfe künstlicher neuronaler Netze“ (Fakultät für Wirtschaftswissenschaft)
    • Julian Reichle (M.Sc.): „Repowering von Windenergieanlagen“ (Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften)
    • Christina Schmitt (M.Sc.): „Geschäftsmodelle im Rahmen des privaten Ladeinfrastruktur-Ausbaus für Elektromobilität bei selektierten Gebäuden am Beispiel von Unternehmen ausgewählter Branchen“ (Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften)
    • Dr.-Ing. Martin Hellwig: „Erzeugung optimaler Fahrstrategien für Elektrofahrzeuge“ (Fakultät für Mathematik und Informatik)

    Lehrpreis

    Die Lehrpreise werden unterstützt von der Gesellschaft der Freunde der FernUniversität.

    • Dr. Nils Jablonski, Jun.-Prof. Dr. Irina Gradinari, Prof. Dr. Uwe Steiner, Prof. Dr. Michael Niehaus, Prof. Dr. Peter Risthaus: Bachelor-Modul „L1 Einführung in die Literaturwissenschaft“, Institut für Neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaft
    • Prof. Dr. Sabine Fließ, Stefan Dyck, M.Sc., Maarten Volkers, M.Sc.: Modul „Dienstleistungsmanagement – Management von Dienstleistungsprozessen“, Douglas-Stiftungslehrstuhl für Dienstleistungsmanagement

    Forschungspreis

    • Dr. Katharina Ebner: Forschungsschwerpunkt „Smart Mobility“ und „Smart Cities“
 

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Stephan Düppe | 15.11.2021